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Skurrile Natur Ehepaar kann tagelang sein Haus nicht verlassen - weil immer wieder Möwen angreifen

Eine kreischende Silbermöwe
Silbermöwen sind in Europa weit verbreitet
© Anton Luhr/ / Picture Alliance
Es erinnert an "Die Vögel": Seit Tagen harren Roy and Brenda P. in ihrem Haus aus - weil sie jedes Mal von aggressiven Möwen attackiert werden, wenn sie es verlassen. Die Behörden konnten ihnen nicht helfen.

Draußen lauerte das Grauen: "Ich kann nicht vor die Tür gehen. Sobald ich das Haus verlasse, sind da diese beiden Vögel und lassen mir keine Chance. Es ist wirklich furchteinflößend", so klagt Roy P. dem britischen "Telegraph" sein Leid. Seine Ehefrau Brenda und er sind seit Tagen Gefangene der besonderen Art: Ein Möwenpärchen hält sie in Schach.

Die Silbermöwen nehmen sie immer wieder ins Korn, berichtet das Paar von seiner Situation, die an Hitchcocks Klassiker "Die Vögel" erinnert. Das Problem: Die Möwen haben sich das Haus der beiden im englischen Knott End-on-Sea in der Nähe von Lancaster als Nistplatz ausgesucht - und verteidigen nun aggressiv ihre beiden Küken.

Diese orange Seemöwe ist nicht etwa das Ergebnis einer kuriosen Laune der Natur. Vielmehr ist sie in einen Bottich mit Chicken Tikka Masala gefallen, einem bestimmten Curry-Gericht. Der Vogel wurde in einer Lebensmittelfabrik in Wales gefunden, in der unter anderem Curryhähnchen hergestellt wird. Eigentlich war er auf das Hühnerfleisch aus, ist dann jedoch in den Bottich gestürzt. Nun wird er in einer Tierklinik im walisischen Tewkesbury gereinigt - eine nicht ganz einfacher Aufgabe, da das Curry sehr klebrig sei, so Tierpflegerin Lucy Kells. Freigelassen wird der Vogel erst, wenn seine Feder wieder wasserdicht sind, denn durch den Reinigungsprozess ist das noch nicht wieder der Fall.
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Von Möwen ins Krankenhaus gebracht

Dabei gehen die Vögel nicht zimperlich vor: Als Roy einmal das Haus verlassen wollte, wurde er von den scharfen Schnäbeln und Klauen der Möwen so schwer am Kopf verletzt, dass eine Behandlung im Krankenhaus nötig war. "Die ganze Geschichte ist grauenhaft", fasst der 77-Jährige gegenüber dem "Telegraph" zusammen. "Meine Frau ist aktuell nicht wohlauf und auch nicht sehr mobil. Also sind wir darauf angewiesen, dass ich das Haus verlassen kann."

Von den Behörden können die P.s keine Hilfe erwarten. "Wir fühlen mit den P.s, Möwen können sehr viel Ärger machen, vor allem, wenn sie nisten", sagte ein Sprecher der Regionalverwaltung der Zeitung. "Wir haben sie vor Ort besucht und Ratschläge gegeben, wie man mit den Möwen umgehen kann." Viele Möglichkeiten bleiben leider nicht: "Bei den Möwen handelt es sich um Silbermöwen und die sind geschützt, sobald sie nisten", so der Sprecher.

"Wir raten daher allen Hausbesitzern, die ein Problem mit ihnen haben, ihr Haus vor der Brutsaison vogelsicher zu machen." Für die P.s kommt dieser Ratschlag allerdings zu spät. Sie müssen die Vögel wohl noch eine Weile ertragen: Bis zu 50 Tage füttern Silbermöwen ihre Jungen im Nest. Bis dahin haben die P.s immerhin eine praktikable Notlösung gefunden: "Zum Glück haben wir eine angebaute Garage. Ich kann über die Küche hinein, das Tor öffnen und schnell losfahren", erklärt Roy. "Nur, dass ich dann das Tor offen stehen lassen muss, ist nicht ideal."


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