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Eisbär Knut, Opossum Heidi und die anderen: Wenn tierische Medienstars das Zeitliche segnen

Und wieder hat Deutschland einen tierischen Superstar weniger. Am Dienstag wurde Heidi, das schielende Opossum aus dem Leipziger Zoo eingeschläfert. Der Rattenrentner folgt Medienlieblingen wie Paul, Bruno und Knut ins tierische Nirwana.

Paul, Bruno, Knut - und jetzt Hedi: Der Mensch mag Sonderlinge aus dem Tierreich. Ihr Ableben sorgt mit schöner Regelmäßigkeit für einen kleinen Medienzirkus. Das schielende Opossum Heidi, das am Dienstag im Leipziger Zoo eingeschläfert wurde, bildet da keine Ausnahme.

Krakenorakel Paul

Der Krake aus dem Aquarium Oberhausen schrieb im Sommer 2010 Fußballgeschichte, als er den Ausgang aller WM-Spiele der deutschen Nationalmannschaft richtig voraussagte. Weil er auch Deutschlands Halbfinal-Niederlage gegen Spanien prophezeite, brachte es "el pulpo Paul" dort zum Nationalhelden. Drei Monate nach dem WM-Ende starb Paul und machte sofort wieder weltweit Schlagzeilen. Die britische BBC unterbrach das aktuelle Programm für die "Breaking News". Spanien wollte sogar seine sterblichen Überreste haben.

Problembär Bruno

Das aus Tirol zugewanderte Tier stapfte 2006 durch die bayerischen Wälder. Ohne Scheu vor Menschen lief Bruno durch Ferienorte, riss Schafe, knackte Hühnerställe und raubte Honig. Er wurde als gefährlich eingestuft und zum Abschuss freigegeben. Es hagelte Proteste, Bruno schaffte es bis in die "New York Times". Die Regierung ruderte zurück und schickte Fangtrupps los - unter anderem finnische Bärenjäger mit speziell ausgebildeten Hunden. Das Spektakel fand ein Ende, als am 26. Juni 2006 ein Jäger den Bären erschoss. Brunos Kadaver wurde präpariert und in München ausgestellt.

Eisbär Knut

Das Berliner Eisbärbaby eroberte 2007 die Herzen der Menschen. Der winzige Knuddelbär wurde von seinem Pfleger Thomas Dörflein mit der Flasche aufgezogen, die Bilder des Duos gingen um die Welt. Elf Millionen Menschen kamen in den Zoo, um die tägliche "Knut-Show" zu sehen. Der Eisbär wurde zum Symbol für den Kampf gegen die Klimaerwärmung. Dörflein starb 2008 im Alter von 44 Jahren. Im März trieb Knut plötzlich leblos im Wasser des Eisbärengeheges. Fans forderten ein Grab neben seinem Ziehvater. Nun soll sein Fell im Berliner Naturkundemuseum gezeigt werden.

Killerwels Kuno

Der Riesenfisch gilt als Urform dieser dackelfressenden Untiere. Er soll 2001 in einem Weiher in Mönchengladbach einen arglos am Ufer schnüffelnden Welpen verschlungen haben. Es wurde nie geklärt, ob es sich um Fakt oder Fiktion handelte. Ein 1,50 Meter langer und fast einen Zentner schwerer Fisch trieb allerdings anderthalb Jahre später tot auf dem Teich. Er wurde zu Kuno erklärt und landete ausgestopft im Museum.

TV-Känguru Skippy

Benannt nach dem Helden aus einer australischen Fernsehserie hüpften in den vergangenen Jahren gleich mehrere Kängurus dieses Namens über deutsche Straßen und Felder. 2005 gingen die Behörden bei Frankfurt am Main auf Skippy-Jagd. Das Tier landete wohlbehalten in einem Zoo. Tödlich endete die Flucht dagegen für eine Känguru-Dame aus Fürth 2003: Ein Zug erfasste sie.

jwi/DPA / DPA