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Eltern verhaftet: Achtjähriger Junge erstickt beinahe an Heroin-Überdosis

In Ohio spricht man nur noch von der "Heroin-Seuche". Seit fünf Jahren steigt die Zahl der Drogentoten dort stark an. Jetzt hätte es fast einen kleinen Jungen erwischt.

Charles Dowdy und Danielle Simko

Charles Dowdy und Danielle Simko sitzen wegen Kindesgefährdung im Gefängnis. Ihre nächste Anhörung findet am 22. Februar statt.

Der amerikanische Bundesstaat Ohio hat ein Drogenproblem. Allein im Januar diesen Jahres sind dort 46 Menschen an Heroinmissbrauch gestorben. Der aktuellste Fall jedoch ist von noch größerer Tragweite. Am Abend des 11. Januar geht ein Notruf bei der Polizei ein, in dem ein Vater, Charles Dowdy, verzweifelt berichtet, sein Sohn habe aufgehört zu atmen. Er mahnt seine Frau zur Eile und schildert, er glaube sein Sohn habe geschlafen und sich umgedreht, sodass er nicht mehr atmen konnte. Er vermute, sein Gesicht sei so im Kissen gelandet, dass das Kind erstickt sei. Die Diensthabende wies Dowdy an, Druckmassagen auszuüben bis Hilfe kommt. Der in Cleveland stationierte Sender WKYC verfügt über die Aufnahme und veröffentlichte diese.

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Als die Polizei bei den Eltern in Berea, im Südosten , eintraf, lag der Junge auf dem Boden des Wohnzimmers, sein Vater hockte über ihm und befolgte die Anweisungen des Notrufs. Doch der Junge begann nicht wieder zu atmen, der Vater konnte nur ein Gurgeln hören. Die Familie fuhr ins Krankenhaus, wo der Junge reanimiert werden konnte.

Drogenfund in der Kindersocke

Im Haus der Familie  fand die Polizei Drogen und Spritzen, sie vermuteten, dass beide Eltern high seien. Im Krankenhaus hieß es, es seien Drogen in einer Spielzeuguhr gefunden worden, die in einer der Socken des Jungen steckte. Ein Urintest habe im Kreislauf des Kindes angezeigt. Charles Dowdy und Danielle Simko wurden noch im Krankenhaus verhaftet, es wurde eine Kaution von 150.000 US-Dollar pro Person verhängt. Am 22. Januar werden sie dem Richter vorgeführt, die Anklage lautet Kindeswohlgefährdung und Drogenbesitz.

Einer der Nachbarn der Familie, der anonym bleiben möchte, sieht in dem Vorfall einen neuen Tiefpunkt. WKYC zitiert ihn wie folgt: "Absolut schrecklich, diese ganze Seuche. Es ist total ausgeufert und nun schrecklich nah gekommen. Ganz nah nach Hause. Wir leben in derselben Straße. Es ist verheerend, das zu hören."

Der Junge ist acht Jahre alt und lebt zurzeit bei seinen Großeltern. Es soll ihm gut gehen.


bal
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