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Entschlossene Opposition Massenprotesten in Syrien geplant


Mehr als 300 Festnahmen in Sakba bei Damaskus. Syrische Protestbewegung ruft zu "Freitag des Trotzes" auf. Armee beginnt Rückzug aus der Protesthochburg Daraa im Süden des Landes.

Syrische Sicherheitskräfte und Soldaten haben nach Angaben eines Aktivisten am Donnerstagmorgen nahe der Hauptstadt Damaskus mehr als 300 Menschen festgenommen. Unter den Festgenommenen seien mehrere religiöse Würdenträger, sagte der Menschenrechtsaktivist, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Mindestens ein Mensch sei durch Schüsse verletzt worden. Auf dem zentralen Platz der Stadt hätten Sicherheitskräfte zudem Schilder mit der Aufschrift "Platz der Märtyrer" und Bilder abgerissen. Mehr als 2000 Sicherheitskräfte und Soldaten seien an den Massenfestnahmen beteiligt gewesen, sagte der Aktivist.

Die syrische Protestbewegung zeigte sich indes entschlossen, ihre Demonstrationen gegen die Regierung fortzusetzen und rief zu einem "Freitag des Trotzes" auf. "Wir werden der Ungerechtigkeit, der Unterdrückung und der Angst die Stirn bieten, wir werden uns befreien", hieß es auf der Internetseite "Die Syrische Revolution 2011", die von jungen Aktivisten betrieben wird.

Die syrische Armee begann nach Berichten von AFP-Reportern unterdessen mit dem Rückzug ihrer Truppen aus der Protesthochburg Daraa im Süden des Landes. Rund 40 Militärfahrzeuge verließen die Stadt. "Wir haben mit dem Rückzug begonnen, weil wir unsere Mission in Daraa erfüllt haben", sagte General Riad Haddad AFP. Bis zum Abend werde sich die Armee vollständig aus Daraa zurückgezogen haben.

Die Armee war vor zehn Tagen mit tausenden Soldaten und Panzern in Daraa eingerückt, um dortige Proteste zu unterdrücken. Hunderte Einwohner sollen seitdem festgenommen worden sein. Die Armee erklärte hingegen, nicht gegen Demonstranten, sondern nur gegen "Terrorbanden" vorgegangen zu sein. Die syrische Regierung steht wegen des harten Vorgehens gegen die Protestierenden im ganzen Land international in der Kritik.

AFP AFP

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