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Erdbeben in Kalifornien: Gelassenheit trotz Verletzter und Milliardenschaden

Es war das schwerste Erdbeben seit einem Vierteljahrhundert in Nordkalifornien. Trotz mehr als 100 Verletzten und geschätztem Schaden von einer Milliarde Dollar zeigen sich die Kalifornier gelassen.

Das Erdbeben in Nordkalifornien hat seine Spuren hinterlassen - Die Einheimischen machen das Beste daraus

Das Erdbeben in Nordkalifornien hat seine Spuren hinterlassen - Die Einheimischen machen das Beste daraus

Nach dem schwersten Erdbeben seit einem Vierteljahrhundert haben in Nordkalifornien die Aufräumarbeiten begonnen. Trotz Schäden und mehr als 100 Verletzten machte sich dabei zunehmend Erleichterung breit.

"Es hätte schlimmer kommen können", sagte der Stadtdirektor von Napa, Mike Parness. Das Beben der Stärke 6,0 hatte die Region nördlich der Metropole San Francisco am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) erschüttert.

Nach Medienberichten wurden mindestens 120 Menschen verletzt. Drei von ihnen schwebten dem "San Francisco Chronicle" zufolge noch in Lebensgefahr. Dazu zählt ein Kind, das von den Trümmern eines zusammengestürzten Kamins getroffen wurde.

Weinfreunde in Napa trauern

An zahlreichen Gebäuden vor allem im Weinbaugebiet Napa entstanden schwere Schäden, etwa an einigen historischen Gebäuden. Auch viele Weingüter wurden in Mitleidenschaft gezogen; Weinfässer stürzten um und Flaschen wurden aus den Regalen geschleudert. Wohnhäuser, Straßen und Gasleitungen nahmen Schaden. Die Stromversorgung habe vielerorts wiederhergestellt werden können, berichtete der Nachrichtensender CNN.

Außerdem seien rund 100 Häuser vorerst für unbewohnbar erklärt worden, berichteten die "Los Angeles Times" und der "San Francisco Chronicle". Nachdem 70.000 Menschen vorübergehend von der Stromversorgung abgeschnitten worden waren, ging die Zahl bis zum frühen Abend auf knapp 20.000 zurück.

Den Berichten zufolge waren auch nur einige Straßen so schwer beschädigt, dass sie gesperrt werden mussten. Zudem seien alle Brücken in der Region intakt geblieben. Weil Dutzende Wasserleitungen bei dem Beben gebrochen waren, sollen nach Angaben von Parness in Napa Stationen eingerichtet werden, in denen Bürger, die von der Versorgung abgeschnitten waren, Wasser erhalten können. Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, hatte zuvor den Notstand für die Region ausgerufen. Damit kann rasch Hilfe aus Washington in die betroffenen Gebiete fließen.

Es war das schwerste Beben in der Region seit 25 Jahren. Aber da es sich um 3.20 Uhr am frühen Morgen ereignete, waren die Straßen und auch viele Geschäfte menschenleer. "Wir müssen uns nur vorstellen, wenn das am Tag passiert wäre", sagte Parness.

In Peru bebte es noch stärker

In Peru, am südlichen Ende der amerikanischen Kontinentalplatte, hatte die Erde bei Stärke 7,0 gebebt. Das Epizentrum des Erdstoßes lag rund 40 Kilometer nordöstlich der Ortschaft Tambo, wie die US-Erdbebenwarte USGS am Sonntag mitteilte. Das geophysikalische Institut Perus bezifferte die Stärke mit 6,6. In den Städten Huamanga und Cusco hätten die Menschen in Panik ihre Häuser verlassen, berichtete die Zeitung "El Comercio". Auch in der Hauptstadt Lima sei der Erdstoß zu spüren gewesen. Berichte über Verletzte oder Schäden lagen zunächst nicht vor.

Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist.

jen/DPA / DPA