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Erderwärmung: Forscher erwarten extreme Hitzewellen

Bereits in sieben Jahren wird es doppelt so viele Hitzewellen geben wie heute, haben Klimaforscher berechnet. Bis 2040 sollen es sogar viermal so viele sein. Das kann den Klimawandel weiter anheizen.

Extreme Temperaturen im Sommer bereiten schon heute vielen Menschen Probleme und stellen auch die Natur vor große Herausforderungen. In Zukunft wird dies aber nicht besser, im Gegenteil: Bis zum Jahr 2020 sollen sich starke Hitzewellen in dieser Jahreszeit verdoppeln. Das hat ein Team um Dim Coumou vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Pik) berechnet. Bis 2040 werden sich solche Wetterlagen nach Angaben der Forscher sogar vervierfachen. Ihre Studie veröffentlichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Environmental Research Letters". Dürren, Hitzewellen und Stürme könnten in Zukunft wiederum den Klimawandel verstärken, ergänzen weitere Forscher im Fachjournal "Nature".

Nach Angaben von Forschern des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena haben Böden und Pflanzen in den vergangenen 50 Jahren insgesamt bis zu 30 Prozent des menschengemachten Kohlendioxids aufgenommen und damit den Klimawandel gebremst. Diese Pufferwirkung könnte mit weiteren Hitzewellen zunehmend verloren gehen, da insbesondere Wälder das Treibhausgas bei Extremwetter nicht mehr so gut aufnähmen. Die Forscher analysierten im Rahmen des europäischen Carbo-Extreme-Projekts unter anderem Satellitendaten zur Lichtnutzung von Pflanzen und schlossen daraus auf deren Kohlendioxidaufnahme.

Noch schlimmere Extremwetterlagen zu erwarten

Die Potsdamer Forscher rechnen unterdessen bis zum Jahr 2100 ohnehin mit noch gravierenden Extremwetterlagen: Während heute auf fünf Prozent der globalen Landflächen jeden Monat Hitze-Extreme im Sommer vorkämen, würden es bis dahin 85 Prozent sein. "In vielen Regionen werden die kältesten Sommermonate dann heißer sein als die heißesten Monate heute", sagte Coumou. Zudem würden etwa 60 Prozent der Landflächen von derart extremen Hitze-Ereignissen betroffen sein, wie sie heute so gut wie nie vorkämen.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich in der Studie auf sogenannte 3-Sigma-Ereignisse. Dabei handelt es sich um Wetterphänomene, die die üblichen Schwankungen in den Temperaturen der Sommermonate einer bestimmten Region stark überschreiten. "Besonders betroffen werden die tropischen Regionen um den Äquator sein", sagte Coumou. Aber auch in Europa erwartet er einen Anstieg der Hitze-Extreme.

Kurzfristig sind Hitzewellen kaum zu vermeiden

"Die Studie des Pik liefert robustere Ergebnisse als bisher vorliegende Studien", sagt Stefan Hagemann vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg zu der Studie. "Was heute eine Ausnahme ist, daran muss man sich in der Zukunft gewöhnen."

Noch lasse sich das Szenario für das Jahr 2100 verhindern, etwa durch einen besseren Klimaschutz, schreiben die Potsdamer Forscher weiter. Anders sehe es für das Jahr 2040 aus. "Bereits jetzt sind so viele Treibhausgase in der Atmosphäre, dass die kurzfristige Zunahme von Hitzewellen unvermeidlich scheint", sagt Coumou. Nun müsse man neue Konzepte entwickeln, wie die betroffenen Regionen reagieren könnten.

spo/DPA / DPA