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Falschbehauptungen im Netz 5G tötet Vögel und Corona-Impfstoff leuchtet im Dunkeln – das steckt wirklich dahinter

Faktencheck: Sind diese Nasa-Aufnahmen ein Fake?
Sehen Sie im Video: Faktencheck – Sind diese Nasa-Aufnahmen vom Mars ein Fake aus Bulgarien?




Diese Behauptung sorgt immer wieder für Verwirrung in den sozialen Medien.


Zahlreiche Facebook-Posts behaupten, dass es sich bei diesem, angeblich von der Nasa veröffentlichen Mars-Foto, um eine von der US-Raumfahrtbehörde manipulierte Aufnahme handelt. Das Ursprungsbild zeigt eine berühmte Steinformation in Bulgarien.


Doch was hat es mit den Bildern auf sich?


Die Behauptung, dass die Nasa manipulierte Bilder aus Bulgarien als Fotos vom Mars veröffentlicht habe, ist falsch.


Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt die US-Raumfahrtbehörde, dass das Bild keine ihrer Marsaufnahmen sei.


Über eine Rückwärtssuche des Bildes lässt sich ebenfalls kein Indiz dafür finden, dass das Bild von der Nasa je veröffentlicht wurde.


Die Nasa postet sämtliche Fotos ihrer Mars-Mission auf ihrer Webseite. Das manipulierte Bild kommt in der Auflistung nicht vor.


Ebenfalls Grund zur Skepsis gibt die Tatsache, dass die Behauptung nicht belegt wird. Wenn die Nasa das Bild wirklich veröffentlicht hätte, ließe sich diese Tatsache mit einem Link zweifelsfrei beweisen.


Beim Vergleich mit echten Aufnahmen vom Roten Planeten wird ebenfalls deutlich, dass das Fake-Foto sich nicht mit bisher veröffentlichten Nasa-Bildern deckt.


Denn die Lichtverhältnisse der vermeintlichen Mars-Aufnahme passen nicht zu anderen Bildern.


Von der Nasa veröffentlichte Aufnahmen zeigen tagsüber einen hellen Himmel und eine beleuchtete Landschaft.


Nachtaufnahmen zeigen einen Nachthimmel über einer dunklen Landschaft.


Das Fake-Foto hingegen zeigt eine Kombination aus Tag und Nacht: Unter dem Nachthimmel erstreckt sich eine taghelle Landschaft.


Dass die Behörde eine so plumpe Fälschung verbreitet, die ihren eigenen Veröffentlichungen widerspricht, ist höchst unwahrscheinlich.


Bei den Social-Media-Posts handelt es sich lediglich um Stimmungsmache gegen die Nasa.


Wie untersuchen wir in der Redaktion Videos auf Manipulation? Dabei ist ein Blick auf die Details wichtig. Die Einzelbilder eines Videos verraten oft, ob ein Video bearbeitet wurde. Wir schauen uns Bild für Bild genau an und vergrößern einzelne Ausschnitte. Indizien für einen Fake sind zum Beispiel: fehlende Bewegungsunschärfe, unnatürlicher Schattenwurf oder Schnittfehler. Beim stern gilt generell: Seriosität vor Schnelligkeit. Wir checken Fakten und Material immer gründlich gegen, bevor wir sie veröffentlichen. Dafür arbeiten wir mit dem redaktionsübergreifenden "Team Verifikation" zusammen mit RTL, NTV, RTL2, Radio NRW.
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Füchse sind monogam, Paprika lassen ihr Geschlecht erkennen und wer Impfstoff gegen das Coronavirus sucht, muss nur auf grünes Leuchten im Dunkeln achten. Oder doch nicht? Sieben bizarre Lügen im Internet – und was wirklich dahintersteckt.

Ob Handystrahlen, Impf-Nebenwirkungen oder geheime Satelliten: Faktenchecker:innen decken jeden Tag Mythen auf, die sich tausendfach im Internet verbreiten. Viele der Behauptungen sind erschreckend, teils gefährlich, manche jedoch vor allem skurril. Sieben kuriose Falschinformationen in den sozialen Medien – und ihre Auflösung.

1. Füchse bleiben lebenslang einem Partner treu.

Fakten: Die Wahrheit ist weniger romantisch. "Es gibt keinerlei wissenschaftliche Hinweise, dass diese Behauptung zutrifft. Männliche Füchse paaren sich, wann immer sich die Möglichkeit ergibt", sagte der Naturschutzbiologe Stephan M. Funk der dpa. Füchse leben zwar gelegentlich monogam mit einem Partner in ihrem Revier und bekommen regelmäßig gemeinsamen Nachwuchs. Doch viele der Tiere gehen auch fremd – das gilt übrigens auch für Fuchs-Damen.

2. An Paprikaschoten kann man deren Geschlecht erkennen.

Fakten: Hat die Schote drei Beulen an der Unterseite? Dann soll es eine männliche Paprika sein, bei vier Beulen eine weibliche. Diese Behauptung ist aber komplett falsch. Die Paprikapflanze hat nämlich zwittrige Blüten, die sowohl ein männliches als auch ein weibliches Fortpflanzungsorgan enthalten. Dementsprechend kann auch die Form der Frucht kein Geschlecht bestimmen.

3. Der Bundesgerichtshof (BGH) sieht die Existenz von Masern-Viren wissenschaftlich nicht belegt.

Fakten: Stimmt nicht. Der BGH hat sich aber tatsächlich mal in einem kuriosen Fall mit Masern beschäftigt: 2011 hatte ein Biologe ein Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro ausgeschrieben für denjenigen, der durch eine wissenschaftliche Publikation die Existenz des Masern-Virus beweist. Ein Medizinstudent reichte gleich sechs Publikationen ein – und seine Kontonummer. Der Biologe überwies das Geld nicht.

Der Streit ging durch mehrere Rechtsinstanzen. Der BGH wies den Fall zurück. Damit galt das Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart, das dem Biologen recht gab. Der Student habe zu viele Publikationen eingereicht und damit die Anforderungen nicht erfüllt. Die Frage nach der Existenz von Masern-Viren spielte vor Gericht keine Rolle.

4. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat als Jugendliche in einer DDR-Kinderzeitung ein sozialistisches Gedicht veröffentlicht.

Fakten: "Ich werd Chef der BRD, / der Klassenfeind wird's hassen! / und folg' dem Plan der SED, / sie pleitegeh'n zu lassen!" Diese Zeilen hat Merkel natürlich nicht 1967 in der "Frösi" geschrieben, sondern 2012 ein Autor der Satire-Zeitschrift "Eulenspiegel".

5. Es gibt Wunderbetten, die nahezu alle Krankheiten heilen.

Fakten: Knochenbrüche? Krebs? Bandscheibenvorfall? Diese Krankheiten lassen sich nicht allein durch das Liegen in speziellen Betten heilen, wie in finsteren Ecken des Internets behauptet wird. Angebliche Beweisfotos zeigen nur eine Requisite aus dem Horror-Film "Prometheus – Dunkle Zeichen". Die Reichen und Schönen, denen die Betten bislang angeblich vorbehalten waren, müssen also wie alle anderen weiter auf die herkömmlichen Behandlungsmethoden setzen.

6. Hunderte Vögel sind wegen eines 5G-Sendemastes gestorben.

Fakten: Fotos von Hunderten Vögeln, die tot auf einer Straße liegen, werden im Netz verbreitet. Die Tiere sind zwar wirklich gestorben - allerdings nicht in Verbindung mit dem neuen Mobilfunk-Standard. Die Vögel saßen auf einem Baum, der bei einem Sturm umgekippt war.

7. Corona-Impfstoff leuchtet im Dunkeln und ist radioaktiv.

Fakten: Als Ursprung der These wird eine vermeintliche Mitarbeiterin des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) genannt. Sie soll eine Ampulle aus dem Institut geschmuggelt und festgestellt haben, dass der Stoff grün leuchte und leicht radioaktiv sei. Das ist aber falsch. Im BfArM werden nämlich gar keine Impfstoffe gelagert. Außerdem: Leicht radioaktive Medizin wird zwar in der Krebstherapie eingesetzt, hat in Impfstoffen aber keinen Sinn. Und leuchten würde er aller Wahrscheinlichkeit nach sowieso auch nicht.

les / Corinna Schwanhold / dpa

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