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Neue Hausordnung: Möbel weg, Wachdienst her: Stadt Köthen greift gegen Familie Ritter durch

Familie Ritter aus Köthen sorgt immer wieder für Aufsehen. Nun hat die Stadt offenbar die Nase voll und will in der Unterkunft der Familie neue, harte Regeln aufstellen.

Familienoberhaupt Karin Ritter (64) in der Kötherner Wohnung in der Adolf-Kolping-Straße, die die Stadt ihr vor fünf Monaten zugeteilt hatte.

Familie Ritter hat der Stadt Köthen zu unrühmlicher Bekanntheit verholfen. Immer wieder gerät die Familie mit dem Gesetz in Konflikt. Zuletzt hat sie für Aufsehen gesorgt, als Christopher Ritter in einen Zoo eingebrochen sein soll.

Nun zieht die Stadt offenbar andere Saiten auf im Umgang mit Familie Ritter: Laut einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" ("MZ") gelten künftig andere Regeln in der Obdachlosenunterkunft, in der Familie Ritter dauerhaft wohnt. So habe Oberbürgermeister Bernd Hauschild dem Sozial- und Kulturausschuss Pläne dargelegt, wie während einer dreimonatigen Testphase mit den Bewohnern des als "Ritterburg" bekannten Hauses umgegangen werden soll. Zunächst einmal soll das Haus nur von 18 bis 8 Uhr offenstehen. Tagsüber sollen sich die Bewohner woanders aufhalten.

Familie Ritter bald ohne Möbel und Fernseher?

Außerdem sollen die Bewohner keine privaten Möbel mehr besitzen dürfen, "um jeden Hauch von privater Gemütlichkeit zu vermeiden", wie die Zeitung schreibt. Das Mobiliar von Familie Ritter solle auf unbestimmte Zeit eingelagert werden. Die Stadt stellt der Familie dann Bett, Tisch, Stuhl, Schrank - aber keinen Fernseher.

Hintergrund der Veränderungen ist laut der Zeitung, dass elf Obdachlose aus einer Zwischen-Unterkunft bald in die inzwischen baulich stark aufgewertete "Ritterburg" zurückkehren. Die Stadt befürchtet, dass die neuen Sanitäranlagen und andere Umbauten schnell Vandalismus zum Opfer fallen. Deswegen soll ein Wachdienst 24 Stunden am Tag in dem Haus im Einsatz sein. Allein für die dreimonatige Testphase soll die Stadt sich das 60.000 Euro kosten lassen. Auch für Mobiliar und Reinigung fallen Extrakosten an. Trotzdem scheint Köthen dazu entschlossen, mit Familie Ritter künftig anders umzuspringen. "Wir gehen das so an", sagt Oberbürgermeister Hauschild laut "MZ"."Wir können nicht mehr anders."

Familienoberhaupt Karin Ritter (64) in der Kötherner Wohnung in der Adolf-Kolping-Straße, die die Stadt ihr vor fünf Monaten zugeteilt hatte.

Quelle: "Mitteldeutsche Zeitung"

tkr