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Feuerwerkskatastrophe: Freispruch für Hauptangeklagten von Enschede

Im Berufungsverfahren um die Feuerwerkskatastrophe in Enschede vor drei Jahren hat ein Gericht den Hauptangeklagten vom Vorwurf der Brandstiftung freigesprochen.

Drei Jahre nach der Feuerwerkskatastrophe im niederländischen Enschede hat ein Berufungsgericht den 35-jährigen Hauptangeklagten vom Vorwurf der Brandstiftung freigesprochen. Die beiden Direktoren der Fabrik wurden von dem Gericht in Arnheim am Montag zu jeweils einem Jahr Haft verurteilt. In erster Instanz war der Hauptangeklagte zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte die Tat bestritten. Das Urteil gegen die beiden Direktoren Ruud Bakker und Wim Pater hatte auf jeweils sechs Monate Haft wegen Übertretung des Umweltschutzgesetzes gelautet.

Ein ganzes Viertel wurde verwüstet

Am 13. Mai 2000 war die Fabrik S.E.Fireworks mitten in einem Wohnviertel explodiert. Dabei wurden 22 Menschen getötet und hunderte verletzt. Das Viertel wurde völlig verwüstet. Auch den Behörden war später eine erhebliche Mitverantwortung wegen mangelnder Kontrollen zugeschrieben worden.

Verurteilung anhand von Indizien

Der 35-Jährige war im August 2002 vor allem anhand von Indizien verurteilt worden. An einer Turnhose waren Spuren von Sprengstoff gefunden worden. Im Untersuchungsgefängnis soll er nach seiner Festnahme Mithäftlingen die Tat gestanden haben. Er soll zudem vor der Katastrophe angekündigt haben, bei der Fabrik werde eine Bombe hochgehen. Für Bakker und Pater hatte der Ankläger nun zweieinhalb und zwei Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung gefordert.