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Studie Genau wie Menschen: Flamingos schließen Freundschaften fürs Leben

Zwei Flamingos reiben ihre Köpfe freundschaftlich aneinander
Freunde fürs Leben: Die lassen sich auch unter Flamingos finden
© Ina Fassenbender / AFP
Der britische Wissenschaftler Paul Rose hat beobachtet, dass Flamingos langanhaltende Freundschaften knüpfen. Wie sich die Tiere ihre Freunde aussuchen, erinnert Rose an Menschen. 

Ein lebenslanger Freund ist etwas Unersetzliches. Das scheinen auch Flamingos zu wissen. Wie der Verhaltensforscher Paul Rose herausgefunden hat, schließen Flamingos Freundschaften fürs Leben. Der Wissenschaftler von der britischen Universität Exeter beobachtete fünf Jahre lang das Verhalten der Vögel in einem Reservat in der Nähe von Slimbridge in Gloucestershire. Dabei zeigte sich, dass die Tiere unter vielen anderen immer wieder die gleichen aussuchten, mit denen sie Zeit verbrachten und eng aneinandergekuschelt in Grüppchen herumstanden. 

"Die Tatsache, dass ihre Freundschaften so lang andauernd sind, lässt vermuten, dass diese Beziehungen wichtig für das Überleben in der Wildnis sind", sagte Rose der "National Geographic". Er fotografierte die Flamingos und ihre jeweiligen Kumpanen täglich zu jeder Jahreszeit. Seine Fotos dokumentieren die Freundschaften zwischen den Vögeln. 

"Die Flamingos suchen jemanden mit einer ähnlichen Persönlichkeit" 

Wie sich Flamingos ihre Freunde aussuchen, erinnert den Wissenschaftler an Menschen. "Es scheint so, als suchten sie jemanden mit einer ähnlichen Persönlichkeit. Jemanden, mit dem sie nicht aneinandergeraten. Die Herden sind sehr laut und immer beschäftigt, wahrscheinlich brauchen die Vögel nicht noch mehr Stress. Einen Freund zu haben, ist gut für das Wohlbefinden. Und eine Möglichkeit, Stress und Kämpfe zu umgehen ist, jene Vögel zu meiden, mit denen man nicht so gut zurechtkommt." 

Rose ist davon überzeugt, dass es sich bei den Vögeln, die er beobachtet hat, tatsächlich um Freunde und nicht etwa um Beziehungen zur Fortpflanzung handelt. So habe er beispielsweise zwei ältere weibliche Flamingos dabei beobachtet, wie sie zusammen die Nester für ihren jeweiligen Nachwuchs bauten. Rose legt wegen seiner Erkenntnisse nun auch Zoos nahe, einander nahestehende Flamingos nicht zu trennen, denn: Ohne ihre besten Freunde sind vermutlich auch Flamingos traurig. 

Quelle:"National Geographic"

ame

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