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Studie aus Großbritannien Forscher melden an Corona erkrankte Katzen – was Experten dazu sagen

Katze Coronavirus Ansteckung Großbritannien
Können sich mit dem Coronavirus anstecken: Katzen
© Masha Rasputina / Getty Images
Eine hatte Atembeschwerden, die andere entzündete Augen: Forscher aus Großbritannien melden zwei Fälle, bei denen Katzen von ihren Besitzern mit dem Coronavirus infiziert wurden. Eines der Tiere überlebte die Erkrankung demnach nicht.

Husten, Fieber, Atembeschwerden: Das Coronavirus kann zahlreiche Symptome auslösen. Schon seit längerem legten Beobachtungen nahe, dass sich auch Haustiere wie Katzen bei ihren Besitzern mit dem Virus anstecken können – in einigen Fällen entwickeln sie auch Symptome.

Nun haben Forscher aus Großbritannien das im Fall von zwei Hauskatzen nachgewiesen. Bei den erkrankten Tieren handelte es sich demnach um ein vier Monate altes Ragdoll-Kätzchen und um eine sechs Jahre alte Siamkatze. Das jüngere Kätzchen entwickelte so starke Symptome, dass es eingeschläfert werden musste. Die Ergebnisse der Untersuchung veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Veterinary Record".

Die Tiere lebten demnach in unterschiedlichen Haushalten. Die Besitzer des jüngeren Kätzchens entwickelten Ende März 2020 typische Corona-Symptome, wurden aber nicht getestet. Im April brachten sie das Kätzchen zu einem Tierarzt – es hatte Atembeschwerden. Der Zustand des Tieres verschlechterte sich weiter, sodass es eingeschläfert werden musste. Gewebeproben der Lunge, die nach dem Tod entnommen wurden, zeigten Schäden, die von einer viralen Lungenentzündung ausgelöst wurden. In dem Gewebe konnte zudem das Virus-Protein und die RNA des Coronavirus nachgewiesen werden. 

Milder verlief die Erkrankung bei dem älteren Tier. Der Besitzer der Siamkatze wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Auch seine Katze zeigte schließlich Symptome, darunter Ausfluss aus der Nase und eine Bindehautentzündung. Der konsultierte Tierarzt nahm einen Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Bereich der Katze, auf dem schließlich Coronavirus-RNA nachgewiesen wurde. Die Katze zeigte weiterhin nur milde Symptome und erholte sich wieder.

Schwerkrankes Kätzchen ein "Einzelfall"

Der Veterinärmediziner James Wood (University of Cambridge) sprach mit Blick auf die Studie von "wichtigen und interessanten Ergebnissen". Die Untersuchung liefere weitere Belege, dass Menschen ihre Haustiere mit dem Virus infizieren könnten, woraufhin diese "in einigen Fällen" auch erkrankten. Berichte über Ansteckungen gebe es auch für Hunde. 

Sollte es zu einer Infektion von Mensch auf Tier kommen, verlaufe diese mit höherer Wahrscheinlichkeit asymptomatisch; Erkrankungen bei Tieren würden dagegen eher selten beobachtet. Hinweise, dass sich Menschen bei ihren Hunden oder Katzen wieder mit dem Virus anstecken könnten, gebe es dagegen nicht, betonte Wood. Im Falle von Corona-Symptomen riet er, Abstand zu den Haustieren einzuhalten.

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Eleanor Riley, Expertin für Infektionskrankheiten an der University of Edinburgh, verwies auf Berichte, wonach sich Großkatzen bei ihren Betreuern im Zoo infiziert hatten. "Die meisten Katzen scheinen nur leichte Infektionen der Atemwege zu bekommen und erholen sich schnell", so Riley. Warum die Infektion bei dem jüngeren Kätzchen zu so starken Beschwerden führte, sei unklar. Ragdoll-Katze hätten eine Neigung zu Herz-Erkrankungen. "Ob dies oder das sehr junge Alter der Katze hier relevant ist, ist unbekannt", so Riley. Sie betonte, dass es sich um einen Einzelfall handele.

Die Expertin rief zudem dazu auf, Corona-Infektionen bei domestizierten und frei lebenden Tieren verstärkt zu überwachen, da infizierte Tiere potenziell als Viren-"Reservoir" dienen und Mutationen zur Folge haben könnten.

Quellen:Vet Record / Science Media Centre / Guardian

ikr

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