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Erfolgreicher Hungerstreik Französischer Bäcker erkämpft Aufenthaltsgenehmigung für Lehrling

Stéphane Ravacley
Stéphane Ravacley
© Sebastien Bozon / AFP
In Frankreich war ein Bäcker wegen der geplanten Abschiebung seines Lehrlings seit mehr als einer Woche im Hungerstreik. Mit Erfolg: Der 18-jährige Auszubildende hat endlich seine Aufenthaltsgenehmigung bekommen.

Großer Erfolg für den französischen Bäckermeister Stéphane Ravacley: Der 50-Jährige aus Besançon kann seinen elftägigen Hungerstreik gegen die Abschiebung seines Lehrlings aus Guinea endlich beenden. Der 18-jährige Laye Fodé Traoré darf in Frankreich bleiben, wie Ravacley am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. "Laye hat eine Aufenthaltsgenehmigung! Und er kann ab Dienstag wieder arbeiten", sagte der glückliche Bäckermeister AFP. "Das ist eine Riesenfreude, ein echter Sieg."

Laye Fodé Traoré drohte die Abschiebung – trotz festem Job

Laye Fodé Traoré absolviert seit September 2019 eine Ausbildung bei dem Bäckermeister, die er aber wegen der Probleme mit den Behörden vorerst abbrechen musste. Er ist als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Frankreich gekommen, nun ist er volljährig und sollte das Land verlassen –obwohl der Bäcker versichert, ihn nach Abschluss seiner Lehre übernehmen zu wollen. 

"Der Mut von Stéphane Ravacley hat gesiegt – dank der Welle der Solidarität, die er ausgelöst hat", schrieb der französische Europapolitiker Raphaël Glucksmann auf Twitter. Glucksmann hatte den Bäcker und seinen Lehrling in einem offenen Brief an Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron unterstützt. Den Aufruf unterzeichneten mehr als 40 Schauspieler, Sänger und anderen Prominente, darunter auch Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard ("La vie en rose").

Stéphane Ravacley war am 3. Januar in Hungerstreik getreten, um die Abschiebung seines Lehrlings zu verhindern. Zuletzt musste er mit einem Schwächeanfall ins Krankenhaus, nachdem er sich tagelang nur von klarer Brühe ernährt und bereits über acht Kilo abgenommen hatte (stern berichtete). Dennoch wollte er den "Kampf" bis zum Ende fortsetzen – nun hat er gewonnen.

aen AFP

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