Geflüchtete nach Griechenland Bei der Flucht ertrinkt sein Sohn – jetzt ist Nadir A. wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Spuren und Überreste der Landungen von Flüchtlingsbooten an Cape Skamnia auf Lesbos unterhalb des Korakas Lighthouse. Vor allem Rettungswesten, benutzte Motoren, Kleidung und Schlauchboote verbleiben dort.
Spuren und Überreste der Landungen von Flüchtlingsbooten an Cape Skamnia auf Lesbos unterhalb des Korakas Lighthouse. Vor allem Rettungswesten, benutzte Motoren, Kleidung und Schlauchboote verbleiben dort.
© Daniel Kubirski/ / Picture Alliance
Nadir A. und sein sechsjähriger Sohn flohen aus Afghanistan in die Türkei - und aus Angst vor Abschiebung übers Meer nach Griechenland. Doch der Junge ertrinkt. Nun sitzt der trauernde Vater in U-Haft.

Als die Nacht, die ihm seinen Sohn genommen hatte, zu Ende ging, fand sich Nadir A. in einer Zelle wieder. Er sollte schuld sein, so warf es ihm der griechische Staat vor. Weil er nach Europa wollte, wie Tausende andere Flüchtlinge. Zusammen mit seinem sechs Jahre alten Sohn, Yahya. Weil er "nicht weinend neben seinem Kind"saß, wie der Chef der Küstenwache zitiert wird.

Nadir, selbst erst 25, hatte die Flucht als den einzigen Ausweg gesehen. Er lebte in der Türkei, hatte dort geheiratet, aber die türkischen Behörden wollten die Familie abschieben: zurück nach Afghanistan. Da entschloss er sich, einen Schmuggler zu bezahlen und sich auf eins der Boote zu setzen.

Nach Griechenland, nach Europa.

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