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Frankreich: Frau wochenlang als Sexsklavin festgehalten

Sie musste ein Martyrium durchstehen: Eine junge Frau ist in Fankreich von einer sechsköpfigen Gruppe über einen Monat lang als Sexsklavin misshandelt worden. Jetzt wurden die Täter verhaftet.

Verbrechen in der Anonymität: In diesem Hochhaus in Verdun wurde eine 20-Jährige gefangengehalten und schwer missbraucht

Verbrechen in der Anonymität: In diesem Hochhaus in Verdun wurde eine 20-Jährige gefangengehalten und schwer missbraucht

Eine Gruppe von sechs Männern und Frauen hat in Frankreich offenbar über einen Monat lang eine junge Frau als Sexsklavin festgehalten und sie schwer misshandelt. Berichten örtlicher Medien zufolge, wurde die 20-Jährige wochenlang in einem Haus in Verdun im Nordosten des Landes festgehalten.

Wie die Justiz mitteilte, wurden die mutmaßlichen Täter, drei Frauen und drei Männer, festgenommen. Sie müssen sich wegen Vergewaltigung und Quälerei verantworten, einige von ihnen auch wegen des Einsperrens der jungen Frau.

Geistig zurückgebliebe Frau missbraucht und systematisch gequält

Bei dem Opfer handelt es sich um eine junge Frau, die "geistig leicht zurückgeblieben" sei, wie der Anwalt eines Beschuldigten, Alexandre Rolland, der Nachrichtenagentur AFP erläuterte. Nach seinen Angaben kannte die 20-Jährige zwei der beschuldigten Frauen aus einem Wohnheim für Auszubildende. Den beiden Frauen war es demnach gelungen, ihr Opfer in ein Haus in der ostfranzösischen Stadt Verdun zu locken.

Dort wurde die junge Frau von den insgesamt sechs Peinigern sexuell missbraucht und systematisch gequält. "Am Anfang hagelte es Hiebe mit einem Stock, dann wurden die Quälereien immer schlimmer," berichtete der Anwalt. Die Peiniger hätten der jungen Frau Verbrennungen, Rippenbrüche und Schnittwunden mit einem Cutter zugefügt. Sie hätten sie gezwungen, in einen eiskalten Fluss zu tauchen, auf dem Boden zu schlafen, Katzenfutter zu essen und Joints zu rauchen. An den Geschlechtsteilen der 20-Jährigen seien Blutergüsse festgestellt worden. Außerdem sei ihr Kopf kahlgeschoren worden.

Frau konnte sich selbst befreien

"Sie ist völlig traumatisiert", betonte Rolland. "So etwas habe ich noch nie gesehen." Die Verdächtigten im Alter zwischen 19 und 27 Jahren hätten die Taten gestanden, diese aber zugleich verharmlost. Ihnen sei nicht klar, mit welchen Strafen sie zu rechnen haben.

Nach Medienberichten konnte sich die 20-Jährige schließlich unter einem Vorwand aus der Gefangenschaft befreien. Demnach sagte sie ihren Peinigern, sie müsse ihre Kreditkarte bei einer Erzieherin abholen. Diese verständigte sofort die Polizei, als sie sah, in welchem Zustand sich die junge Frau befand. Die 20-Jährige lebte in einem Wohnheim für Auszubildende - dort soll sie auch auf zwei der Täterinnen getroffen sein.

tis/AFP / AFP
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