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Russland "Gezwungen" ihr Fasten zu brechen: Frau verklagt McDonald's wegen verführerischer Cheeseburger-Werbung

Eine Frau aus Russland sah sich gezwungen, aufgrund einer Werbung von McDonald's ihr Fasten zu brechen
Eine Frau aus Russland sah sich gezwungen, aufgrund einer Werbung von McDonald's ihr Fasten zu brechen
© Jakub Porzycki/ / Picture Alliance
Eine Frau aus Russland hat Klage gegen die Fastfood-Kette McDonald's eingereicht. Der Grund: Eine Cheeseburger-Werbung habe sie dazu verführt, ihr religiöses Fasten zu brechen. 

Eine Frau aus Sibirien, Russland, hat die US-Fastfoodkette McDonald's wegen einer Cheeseburgerwerbung verklagt. Die Anzeige habe "ihre religiösen Gefühle verletzt" und sie gezwungen, zur nächsten Filiale zu eilen. "Ich habe einen Monat lang gefastet, aber nachdem ich die Werbung gesehen hatte, konnte ich nicht mehr anders. Ich besuchte einen McDonald's und kaufte einen Cheeseburger", schrieb die Frau laut "The Times" in ihrer Beschwerde.

16 Jahre erfolgreich gefastet

Die Frau gehört nach Angaben der "Times" zur Glaubensgemeinschaft der Russisch-Orthodoxen-Kirche, deren Anhänger, wie auch in der Römisch-Katholischen-Kirche, insgesamt 40 Tage fasten. Am Ende der Fastenzeit steht das Osterfest. Die Frau sagte in der Anklage, dass es ihr in den vergangenen 16 Jahren stets gelungen sei, die 40 Tage der Besinnung in der Fastenzeit zu vollziehen – doch McDonald's habe ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. 

"Ein Verstoß gegen den Verbraucherschutz"

Weiter sagt die Frau, die Werbung der Fastfood-Kette sei ein Verstoß gegen den Verbraucherschutz. "Ich bitte das Gericht, dies zu untersuchen, und, falls ein Verstoß vorliegt, zu verlangen, dass McDonald's mich für meine moralische Kränkung entschädigt", heißt es weiter in der Klageschrift. McDonald's könne sühnen, wenn das Unternehmen 1.000 Rubel als Entschädigung zahle, was umgerechnet 11,50 Euro entspricht.

Die Frau beruft sich dabei auf ein Gesetz zur Kriminalisierung von Handlungen, die "die religiösen Gefühle von Gläubigen beleidigen". Es wurde im Jahr 2013 von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet, nachdem Mitglieder der regimekritischen Punkband Pussy Riot im Jahr 2012 in die Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale eingedrungen waren und ein Lied mit einem anstößigen Text vorgetragen hatten. Darin forderten sie die Jungfrau Maria auf, Russland von seinem autoritären Präsidenten zu befreien.

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Politiker nutzen den Fall 

Russische Politiker nutzten den Fall, um sich für ein seit langem gefordertes Verbot von Fast-Food-Werbung einzusetzen. Vitali Milonov, ein konservativer Abgeordneter des russischen Unterhauses, sagte der Nachrichtenagentur Moskva, dass "Fast Food im Hinblick auf den Schaden, den die Menschheit sich selbst zufügt", nicht weniger schädlich sei als Zigaretten. 

McDonald's selbst hat sich noch nicht zu dem Fall geäußert. Ein Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche riet der Frau jedoch, "zur Beichte zu gehen, nicht vor Gericht".

Quelle: "The Times"

yak

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