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Freitag der 13.: Das triskaidekaphobische Datum

Freitag der 13. - ein Pechtag. Oder etwa nicht? Die Angst vor dem Datum wurzelt in Mythen und Legenden - und lässt sich doch ganz rational erklären.

Von Heike Sonnberger

Scherzhaft oder ernsthaft: Wer hat keinem Freund für heute von einer Reise abgeraten? Oder beim Abbiegen besonders genau in den Spiegel geschaut? Oder den Aktienkauf auf Montag verschoben? Freitag der 13. bringt Unglück - keiner glaubt so richtig dran und viele doch irgendwie ein bisschen.

Die Medien stürzen sich auf Geschichten wie die jenes Mannes aus dem westfälischen Soest, dem heute alles erdenkliche Pech widerfahren zu sein scheint: Ehefrau weg, Führerschein weg, Job weg. Nach seinem Scheidungstermin am Vormittag ertränkte der Mann seinen Kummer in Alkohol. Prompt wurde er am Steuer seines Wagens von der Polizei erwischt. Nachdem er den Verlust des Führerscheins dem Chef gebeichtet hatte, war sein Job als Kraftfahrer auch weg.

Die Opfer des 13.

Auch wenn die Launen des Schicksals unergründlich bleiben - die Angst vor Freitag dem 13. lässt sich ganz rational erklären. Auf viele verschiedene Weisen. Dabei bleiben der Freitag und die Zahl 13 allerdings unverknüpft. "Freitag der 13." ist nur eine rabenschwarze Kombination zweier unglücklicher Ereignisse.

Der Psychologe Donald Dossey, zum Beispiel, sieht den Ursprung der Pechzahl 13 in der skandinavischen Sage von zwölf Göttern, die in ihrer Ruhmeshalle Walhalla eine Party feierten. Der dreizehnte Gast, Loki, brachte Leid über die Gesellschaft, denn er erschien ungebeten und ließ Baldur, den Gott der Schönheit, töten. Ähnliches passierte beim Letzten Abendmahl: Judas, der dreizehnte Apostel, verriet Jesus.

Fast perfekt und doch mangelhaft

Die 13 ist wahrscheinlich deshalb so verschmäht, weil sie direkt nach der Zwölf kommt. Zwölf Sternzeichen, zwölf Monate, zwölf Götter des Olymps - besser geht es kaum. Die 13 jedoch stört diese innere Harmonie, ist fast perfekt und doch ganz und gar mangelhaft. Es gibt sogar einen Namen für die Angst vor der 13: Triskaidekaphobie. Im Volksmund wird die 13 als das "Dutzend des Teufels" bezeichnet.

Der Freitag kommt kaum besser weg: Jesus wurde an einem Freitag gekreuzigt. Der amerikanische Börsencrash von 1929 wird mit einem Freitag assoziiert. Und Dan Brown lehrte es seinen Lesern: An einem Freitag ließ der französische König Philipp IV. 1307 hunderte Tempelritter verhaften und ermorden. Und das war auch noch der 13.

Apollo 13 und Dienstag der 13.

Nach dem dramatischen Flug der Apollo 13 boomte das Geschäft mit dem Unglücksfreitag in Hollywood. Das Raumschiff startete am Freitag dem 13., 1970 - und katapultierte das Datum in Horrorfilme und Pechlegenden. Nicht in jedem Land ist Freitag der 13. allerdings gleich unbeliebt. In Spanien zum Beispiel ist sein Pendant Dienstag der 13. Und in Italien fürchtet man sich vor Freitag dem 17.

Der Mathematiker Heinrich Hemme von der Fachhochschule Aachen hat eine nüchternde Erklärung, warum an einem Tag wie heute mehr Unglücke geschehen. In einem Zeitraum von 400 Jahren falle der 13. insgesamt 688 Mal auf einen Freitag. Donnerstag und Samstag den 13. gebe es jedoch nur 684 Mal. Das Unglücksdatum hat also mehr Chancen, Pech zu bringen. Zum Glück ereilt uns der nächste Freitag der 13. erst wieder im April kommenden Jahres.

mit DPA

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