HOME

Geklaute iPhone-Bilder: Christliche Schule feuert Lehrerin wegen Nacktbildern

So genannte Racheporno-Seiten boomen im Netz. Eine US-Lehrerin wurde nun Opfer eines solchen Portals: Nachdem Nacktbilder von ihr ohne ihr Wissen hochgeladen wurden, verlor sie ihren Job.

Von Christoph Fröhlich

Im Internet boomt ein fieser Trend: Revenge Porns, auf Deutsch Rachepornos. Immer mehr Portale werden aus dem Boden gestampft, auf denen Ex-Freunde und Liebhaber die Nacktbilder ihrer Verflossenen hochladen können, um sie öffentlich zu erniedrigen. Besonders dreist: Meist wissen die Opfer gar nicht, dass schlüpfrige Fotos von ihnen im Internet kursieren. Wenn die Betroffenen dahinter kommen, verlangen die Webseiten-Betreiber häufig mehrere hundert US-Dollar, damit die Bilder wieder entfernt werden.

Eines der jüngsten Opfer ist eine Lehrerin aus dem US-Bundesstaat Ohio: Sie unterrichtet eine fünfte Klasse der Cincinnati Hills Christan Academy, einer christlichen Schule, die ihre Schüler aufs College vorbereiten soll. Von ihr kursieren seit knapp zwei Wochen Nacktfotos im Internet.

Ohne Wissen und Zustimmung der Frau

Die Bilder wurden am 23. November hochgeladen, am 24. November meldete die US-Lehrerin ihr iPhone als gestohlen. Obwohl die Frau das Opfer von gleich zwei Straftaten - Diebstahl des Handys und unerlaubtes Hochladen von privaten Bildern - wurde, hatte ihr Arbeitgeber offenbar wenig Mitleid: Die Lehrerin wurde am Dienstag beurlaubt.

"Wir können bestätigen, dass wir eine Angestellte haben, die auf kompromittierten Bildern zu sehen ist und diese im Internet verfügbar sind", sagte die Sprecherin Jennifer Murphy der US-amerikanischen Zeitung "USA Today". "Und mit kompromittiert meine ich, dass die Bilder ohne Wissen und Zustimmung der Frau im Internet zur Verfügung stehen."

"Die Frau ist bereits ein Opfer"

Die Eltern der Schüler wurden bereits über die Suspendierung informiert. Wie das US-Blog "Gawker" berichtet, begrüßten die meisten Eltern die Entscheidung der Schulleitung. Ein Elternteil, das anonym bleiben will, sagt dem Lokalsender "WCPO Cincinnati": "Die Frau ist bereits ein Opfer. Aber das ist eine christliche Privatschule, und viele Eltern sind wütend, dass eine Lehrerin überhaupt Nacktfotos von sich macht und sie an Leute verschickt. Und ihre Schüler sind alt genug, um ins Netz zu gehen und ihren Namen zu googeln." Viele christliche Schulen in den USA haben sogenannte Moral-Klauseln, die Angestellte unterschreiben müssen.

Wie die Fotos auf das Portal gelangt sind, ist bislang unklar.

Themen in diesem Artikel