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Getöte Bärin: Zirkusbesitzer kritisiert Kasseler Polizei

"Ich hätte das Tier am Ohr wieder in den Käfig geführt", sagte Daniel Renz nach dem Vorfall: Zwei Braunbären sind in Kassel aus dem Zirkus ausgebrochen. Als die Polizei zu Hilfe kam, eskalierte die Situation. Ein Zirkusbär griff an und ein Polizist zur Dienstwaffe.

Ein ausgebrochener Zirkusbär hat in Kassel einen Polizisten angefallen und ist von diesem in Notwehr erschossen worden. Nach Darstellung der Polizei war das Tier mit dem Namen "Nena" am Sonntagmorgen mit einem anderen Bären aus einem Zirkus am Rand der Kasseler Innenstadt ausgebrochen. Beim Versuch, die Bären wieder einzufangen, eskalierte die Situation. Eines der Tiere griff einen Polizisten an und biss ihn ins Bein. Daraufhin erschossen die Beamten den Bären. Der zweite Bär wurde von einem anderen Polizisten gestoppt und schließlich von einem Verantwortlichen des Zirkus' eingefangen.

Der Besitzer der Tiere, Daniel Renz, nannte das Vorgehen der Polizei unangemessen. "Beide Tiere sind 25 Jahre alt, waren ihr ganzes Leben Zirkusbären und sind überhaupt nicht aggressiv. Zu solch einer Dramatik hätte es nicht kommen müssen", sagte Renz. "Ich habe erst durch die Schüsse von dem ganzen Einsatz erfahren. Ich hätte das Tier sonst am Ohr wieder in den Käfig geführt - wie den anderen auch."

Wie die beiden Bären aus dem Gehege entkommen konnten, konnte sich Renz nicht erklären. Eine Streife hatte die Bären direkt an der vierspurigen Bundesstraße 83 entdeckt, nachdem eine Autofahrerin die Polizei alarmiert hatte. Der angefallene Polizist hatte versucht, die Bären in Richtung Zirkus zurück zu drängen. Dem Veterinäramt zufolge wurde dem Zirkus von der zuständigen Behörde des Heimatsitzes nicht erlaubt, die insgesamt drei Braunbären gewerblich zur Schau zu stellen, wie die Polizei mitteilte. Dies sei damit begründet worden, dass den Verantwortlichen die Sachkunde über diese Tiere fehle.

DPA/AP / AP / DPA
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