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Nach Ausraster eines Lehrers: Gewalt an Schulen: Österreich plant Sonderklassen für aggressive Schüler

In Österreich häufen sich die Fälle von Lehrern, die zu Mobbing-Opfern ihrer Schüler werden. Jetzt geht das Bildungsministerium dagegen vor: mit speziellen Klassen für besonders aggressive Schüler. 

Eine Schülerin (von hinten zu sehen) meldet sich im Unterricht

In sogenannten Time-Out-Klassen sollen Schüler in Österreich weniger aggressiv werden

DPA

Vor wenigen Tagen hat es sich im Netz verbreitet wie ein Lauffeuer: das Video eines Wiener Lehrers, der erst gemobbt wird und einen Schüler dann anspuckt. Im Anschluss rammten ihn Schüler gegen die Tafel. 

Der Lehrer war erst wenige Monate an der Schule und immer wieder zum Mobbingopfer geworden, wie RTL berichtete. Er ist nicht der einzige Lehrer, dem es so ergeht. Immer wieder werden Fälle von Lehrern bekannt, die von ihren Schülern auf extreme Weise gemobbt werden. Gerade geht der Fall zweier Gymnasiasten aus dem südhessischen Heppenheim durch die Medien. Sie sollen die Köpfe von Lehrern mit einem Bearbeitungsprogramm in pornografische Bilder kopiert und diese im Internet verbreitet haben. 

Österreich hat sich nun eine Methode überlegt, um gegen besonders aggressive Schüler vorzugehen. In sogenannten Time Out-Klassen sollen Verhaltensauffällige bald separat unterrichtet werden.

Aggressive Schüler sollen in "Time Out"-Klassen gehen 

Sobald Schüler den Unterricht stören, werden sie zukünftig in diese Klassen versetzt, wie das Bildungsministerium mitteilte. Ziel sei es, die auffälligen Schüler möglichst schnell wieder in den Regelunterricht einzugliedern. In den geplanten Sonderklassen sollen maximal acht Schüler betreut werden. 

Insgesamt könne die Teilnahme an einer "Time Out"-Klasse eine Woche oder einen Monat dauern. In weniger schlimmen Fällen sollen Schüler für den Rest einer Stunde oder eines Schultags in einen "Cool-Down-Raum" gehen, sagte das Ministerium. 

Ob diese Maßnahmen den aggressiven Schülern helfen, wird sich zeigen. Die sozialdemokratische SPÖ ist nicht davon überzeugt. Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid warnte vor einem Rückschritt zu veralteten Konzepten wie dem "Winkerlstehen". Dabei mussten sich in früheren Zeiten Kinder und Jugendliche mit problematischem Verhalten in die Ecke stellen. 

Quellen: RTL, dpa 

Der Sechstklässler Xu trägt seinen körperbehinderten, besten Freund Zhang täglich in die Schule.
ame
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