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Google Doodle für Herta Heuwer: Die Currywurst-Erfinderin mit dem "Chillup"-Faktor

Sie hat sich eines der beliebtesten Fast-Food-Gerichte der Deutschen ausgedacht: die Currywurst. Ihre Soßenrezeptur hielt sie immer streng geheim. Heute wäre Herta Heuwer 100 Jahre alt geworden.

Von Corinna Ballweg

Brandenburger Tor? Erledigt. Gläserne Kuppel des Deutschen Bundestags? Erledigt. Doch was rundet den traditionellen Berlin-Besuch erst so richtig ab? Genau, eine schmackhafte Currywurst - mit oder ohne Darm. Deren Erfinderin, Herta Heuwer, hätte heute ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Es soll ein Septembertag im Jahr 1949 gewesen sein, als die gebürtige Königsbergerin in ihrem Berliner Imbissstand weilte und gegen die Eintönigkeit kämpfte. Das Wetter trübe, die Kundschaft bleibt aus. Aus der Not macht die damals 36-Jährige eine Tugend und beginnt Tomatenmark mit unterschiedlichen Gewürzen zu einer dicklichen Soße zusammenzumischen. Wurst darunter, Currypulver darüber, fertig. Dass sie mit dem, was sie da in den Händen hielt, in die Riege der Schöpfer deutschen Kulturguts aufsteigen würde, ahnte sie zum damaligen Zeitpunkt wohl nicht.

Noch rund zehn Jahre sollten vergehen, bis Heuwer sich ihre ganz spezielle Soßenrezeptur beim Deutschen Patentamt unter der Nummer 721319 registrieren ließ. Name der Soße: "Chillup". Allein anhand dieser peppigen Bezeichnung ließe sich heute kaum erkennen, dass sich hinter ihr eine Erfindung aus den 1940er-Jahren verbirgt.

War Herta Heuwers Gericht gar nicht so neu?

Bis zu ihrem Tod am 3. Juli 1999 sah sich Herta Heuwer immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, sie sei nicht die Mutter der Currywurst. So hält der Autor Uwe Timm in seiner Novelle "Die Entdeckung der Currywurst" implizit fest, bereits 1947 in Hamburg dieses nicht ganz kalorienarme Gericht gegessen zu haben. Heuwer beeindruckten derart kritische Worte wenig, schließlich hatte sie das Patent auf ihre einzigartige "Chillup"-Soße.

Heute erinnert am einstigen Standort des Berliner Schnellimbisses in der Kantstraße, Ecke Kaiser-Friedrich-Straße, eine Gedenktafel an Herta Heuwer. Auch Google setzt der emsigen Geschäftsfrau mit dem Doodle ein Denkmal. Zu sehen ist, wie sollte es auch anders sein, eine Currywurst mit Pommes. Ein Anblick, der dazu verleitet, das eher opulentere Sonntagsessen durch diesen gutbürgerlichen Snack zu ersetzen – in Berlin oder in allen anderen Ecken Deutschlands.

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