Großbritannien Oma wird bin Ladens Schwiegertochter


Eine britische Großmutter heiratet den Sohn des meist gesuchten Terroristen der Welt. "Sein Herz ist rein", sagt sie. Sie nenne ihn nur "Omar". Doch das skurrile Liebesglück zwischen dem Terroristen-Sohn und der schon fünfmal geschiedenen Frau muss noch eine Hürde überwinden.

Um ihren neuen Schwiegervater wird die Britin Jane Felix-Browne kaum beneidet: Osama bin Laden, der meist gesuchte Terrorist der Welt. "Ich hoffe, die Menschen urteilen nicht zu hart über mich, schließlich habe ich den Sohn und nicht den Vater geheiratet", sagte die 51-jährige Frau, die im Gemeinderat des Dorfes Moulton in der nordwestenglischen Grafschaft Cheshire tätig ist, der Zeitung "The Times".

Terroristen-Sohn im Urlaub kennen gelernt

Bislang habe die Großmutter, die bereits fünf Mal verheiratet gewesen sei, nur einige enge Freunde und Verwandte in die vor einigen Monaten geschlossene Ehe mit dem 24 Jahre jüngeren Omar bin Laden eingeweiht. Doch nun habe sie sich entschlossen, mit Reportern darüber zu sprechen. Ihre Geschichte wurde am Mittwoch in mehreren britischen Zeitungen gedruckt. Elaine Beech, eine Kollegin Felix-Brownes, bestätigte der Nachrichtenagentur AP: "Frau Felix-Browne hat den betreffenden Herrn geheiratet."

Den Angaben zufolge lernte die Britin ihren 27 Jahre alten Ehemann - er soll der viert älteste von mehr als zehn Söhnen des Chefs des Terrornetzwerkes El Kaida sein - im September 2006 bei einer Ägypten-Reise kennen, als sie eine Reit-Tour nahe der Cheops-Pyramide bei Kairo unternahm. Die Eheschließung sei nach islamischem Recht in Ägypten und auch in Saudi-Arabien erfolgt, müsse aber noch von den saudischen Behörden offiziell bestätigt werden.

"Ihm würde das Wetter nicht gefallen"

"Ich habe den Mann geheiratet, in den ich mich verliebt habe - für mich ist er einfach nur Omar", sagte die Frau, die drei Söhne und fünf Enkelkinder hat, der "Times". "Sein Herz ist rein, er ist fromm, still, ein echter Gentleman und mein bester Freund." Zudem habe er sich von seinem Vater bereits vor den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 abgewandt. "Er hat seinen Vater zuletzt im Jahr 2000 in Afghanistan gesehen. Er hat ihn verlassen, weil er das Gefühl hatte, dass es nicht richtig wäre, zu kämpfen oder in einer Armee zu sein."

Dass ihr in Saudi-Arabien lebender Mann noch eine andere Ehefrau habe, störe sie nicht, erklärte Felix-Browne. Sie habe mit der Frau telefoniert. "Sie hat kein Problem damit." Nun versuche sie, für ihren neuen Gatten, der laut "Times" sein Geld als Altmetallhändler verdient, ein Einreisevisum für Großbritannien zu bekommen. "Es gibt keinen Grund, warum er nicht hier leben sollte. Aber ich glaube aber, ihm würde das Wetter nicht gefallen."

DPA/AP AP DPA

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