Grubenunglück 13 Bergarbeiter weiterhin vermisst


Bei einer dramatischen Rettungsaktion ist am Samstag die erste Gruppe von 46 Bergleuten aus einem überfluteten Kohleschacht im Süden Russlands geborgen worden.

Zwei Tage nach dem schweren Grubenunglück in Russland sind am Samstag die ersten verschütteten Bergleute gerettet worden. Bis Mittag konnten elf Kumpel ans Tageslicht gebracht werden, sie wurden von zahlreichen Angehörigen begeistert empfangen. Entgegen erster Angaben wurden 13 weitere der insgesamt 46 Arbeiter jedoch noch vermisst. Einer der Geretteten soll sich in kritischem Zustand befinden.

Die Verschütteten wurden in kleinen Gruppen von drei oder vier Mann mit einer speziellen Hebevorrichtung an die Erdoberfläche gebracht. Zunächst hieß es, alle in rund 800 Meter Tiefe eingeschlossenen Bergleute seien am Leben. Bisher hätten die Helfer jedoch nur mit 33 gesprochen.

Wassereinbruch führte zu Katastrophe

In die Kohlegrube Sapadnaja in der Gegend von Rostow am Don war am Donnerstag aus einem unterirdischen See Wasser eingebrochen, so dass den 71 dort arbeitenden Kumpels der Weg ins Freie versperrt war. 25 konnten sich dennoch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Eingeschlossenen waren ohne Nahrungsmittel, außerdem war die Elektrizitätsversorgung zu der Mine unterbrochen, wie Chef der regionalen Notfallbehörde, Oberst Viktor Schkareda, mitteilte.

Rettungsmannschaften versuchten, den vom Wasser aufgebrochenen Schacht mit tausenden Kubikmetern Erde und Geröll zuzuschütten. Gleichzeitig errichteten sie neue Tunnel, um aus angrenzenden Minen zu den Eingeschlossenen vorzudringen, und versuchten, Ventilationsschächte zur besseren Luftzufuhr anzulegen. Die Helfer konnten dabei keine schweren Geräte einsetzen, wie der regionale Gouverneur Wladimir Tschub laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Itar-Tass erklärte.

Zweiter Unfall in diesem Jahr

Der Unfall war laut Itar-Tass bereits der zweite in der Sapadnaja-Grube in diesem Jahr. Schon im Februar sei der damals leer stehende Schacht überschwemmt worden. In russischen Kohlebergwerken kommt es häufig zu Unfällen, nach Angaben der zuständigen Gewerkschaft kamen dabei allein im vergangenen Jahr 68 Kumpel ums Leben.

Bergwerke aus den Zeiten Stalins

Einige der russischen Kohlegruben gehen auf die Zeit der Massenindustrialisierung unter Josef Stalin zurück, manche sind noch älter. Angesichts der veralteten Anlagen sind Unfälle häufig. Erst im Juni waren elf Bergleute im sibirischen Kusbass durch einen einstürzenden Schacht einer Grube getötet worden. In der Rostow nahen Ukraine kamen allein in den vergangenen zwei Jahren jeweils mehr als 200 Bergarbeiter ums Leben.


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