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Ausgeknallt Hamburg, München und Co.: Immer mehr Städte verbieten Böller an Silvester

München an Silvester
München verbietet in diesem Jahr Böller in der Innenstadt. Zwischen Marienplatz und Stachus wird es gar kein Feuerwerk mehr geben
© Matthias Balk / DPA
Hamburg und München verbieten Böller in der Innenstadt und immer mehr kleinere Städte folgen. Angesichts der vergangenen Unfälle mit Böllern will die Polizei in diesem Jahr besser vorbereitet sein.

Im vergangenen Jahr gab es an Silvester unschöne Szenen in Hamburg und München. Knallkörper landeten in Menschenmengen und verletzten mehrere Personen. Damit das nicht noch mal passiert, hat München ein Böller-Verbot innerhalb des Mittleren Rings beschlossen. Raketen bleiben erlaubt, zwischen Marienplatz und Stachus aber wird es gar kein Feuerwerk mehr geben. Ähnliche Verbote gibt es auch in Hannover und Köln. Rund um die Hamburger Binnenalster am Jungfernstieg wird es in diesem Jahr ebenfalls kein Feuerwerk geben.

Durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern und immer größere Menschenmengen sei die Gefahr von Verletzungen gestiegen, sagte Innensenator Andy Grote (SPD). Bei Aggressionen aus der Menge sei auch die Situation für Einsatzkräfte schwierig. Daher werde das Feuerwerk rund um die Binnenalster untersagt, Polizeibeamte sollen das Verbot mit Kontrollen umsetzen.

Die Polizei will dieses Jahr besser vorbereitet sein

Um Silvesterfeuerwerk geht es an diesem Donnerstag auch bei einer Pressekonferenz im brandenburgischen Baruth, wo die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) auf ihrem Testgelände darüber informiert. Im vergangenen Jahr seien in Hamburg 10.000 Menschen an die Binnenalster gekommen, sagte der Polizeipräsident der Hansestadt, Ralf Martin Meyer. Darunter seien auch viele Familien mit Kindern. "Natürlich spielt auch Alkohol eine Rolle. Es werden Raketen abgeschossen in einer Art und Weise, die nicht sicher ist", sagte Meyer. Im vergangenen Jahr seien fünf Polizisten verletzt worden. Zudem sei ein siebenjähriges Kind im Gesicht verletzt worden, ein 16-Jähriger an der Hand.

Daher wolle die Polizei in diesem Jahr im Vorfeld reagieren. Grundlage ist eine Allgemeinverfügung nach dem Gefahrenabwehrgesetz. In einer groß angelegten Informationskampagne will die Polizei über das Verbot informieren. Es gebe Plakate, Flyer in verschiedenen Sprachen und Informationen über das Fahrgastfernsehen in öffentlichen Verkehrsmitteln. "Das Verbot ist nichts Besonderes, das gibt es in vielen Städten", sagte Grote.

Der Jungfernstieg habe sich in den vergangenen Jahren zu einem Kristallisationspunkt entwickelt, rund um die Alster und an den Landungsbrücken gebe es diese Probleme nicht. Wie viele Beamte für die Überwachung des Verbots oder insgesamt in der Silvesternacht im Einsatz sind, wollte Meyer nicht sagen.

ame dpa

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