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Hamburg: Stalkerin vor Schmidts Haus gestoppt

Bereits vor einem Jahr drang sie bis zur Haustür von Helmut Schmidt vor und verletzte dessen Frau Loki. Als die offenbar geistig verwirrte Münchnerin nun erneut vor dem Haus des Altkanzlers in Hamburg auftauchte, schritt die Polizei ein und nahm die 30-Jährige in Gewahrsam.

Normalerweise trifft es Prominente aus dem Schowbizz, Schauspieler, Musiker oder Models. Sie werden von krankhaften Fans, die ihrem Idol so nah wie möglich sein wollen, verfolgt, bedrängt und belästigt. Manchmal sogar tätlich angegriffen. Auch Altbundeskanzler Helmut Schmidt muss sich seit geraumer Zeit einer Stalkerin erwehren. Die Hamburger Polizei nahm die 30-jährige Frau nun in Gewahrsam, als sie zum Haus des 89-Jährigen und seiner Ehefrau Loki, 89, im Stadtteil Langenhorn vordringen wollte. Die vermutlich geistig verwirrte Münchnerin war im Herbst vergangenen Jahres schon einmal in Hamburg festgenommen worden, als sie Loki Schmidt an deren Haustür angegriffen und leicht verletzt hatte.

Nach Angaben eines Polizeisprechers war die 30-Jährige in dem aktuellen Fall mehrmals mit einem Taxi bei den Schmidts vorgefahren. Zunächst habe sie einen Brief mit Bonbons abgegeben, dann eine Karte. Beim dritten Mal sei sie von den Beamten festgesetzt worden.

Loki Schmidt war nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" zu diesem Zeitpunkt allein im Haus und schlief noch. "Diese Dame sollte mal erfahren, dass wir in einem Rechtsstaat leben und dass man so etwas nicht tut", zitiert das Abendblatt Loki Schmidt. "Dieser Dame traue ich nicht."

Glühende Schmidt-Verehrerin

Nach Aufnahme ihrer Personalien wurde die Frau wieder auf freien Fuß gesetzt, mit der Auflage, einen sozialpsychiatrischen Dienst aufzusuchen. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist die 30-Jährige eine glühende Schmidt-Verehrerin. Ihr Ziel sei es, dem Altkanzler möglichst nahe zu sein, so der Polizeisprecher.

Bei dem ersten Zwischenfall vor einem Jahr hatte sich die Münchnerin bei den Beamten, die das Haus der Schmidts bewachen, als deren Tochter ausgegeben. So sei es ihr gelungen, den Polizeiposten vor dem Haus des Ex-Kanzlers zu überlisten und bis zur Haustür vorzudringen, wo es zu einer Rangelei mit Loki Schmidt kam.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat nach dem Vorfall im Herbst gegen die Frau ein Verfahren wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruch eingeleitet. Es gebe einen richterlichen Beschluss für eine psychologische Untersuchung, sagte ein Behördensprecher. Die Beschuldigte sei bisher aber nicht erschienen. Der neue Vorfall habe keine strafrechtliche Relevanz.

joe/DPA/AP / AP / DPA