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Helmut Schmidt bei Maischberger: "Scheidung von Loki war undenkbar"

Vor wenigen Wochen gestand Helmut Schmidt zunächst exklusiv im stern eine Affäre während seiner Ehe mit Loki. Jetzt redet er im TV über die Krise mit seiner verstorbenen Frau und das Alter.

Helmut Schmidt raucht während der TV-Aufzeichnung, die am Dienstag ausgestrahlt wird

Helmut Schmidt raucht während der TV-Aufzeichnung, die am Dienstag ausgestrahlt wird

Für Altkanzler Helmut Schmidt wäre eine Scheidung von seiner Ehefrau Loki nach eigenen Worten nie infrage gekommen. "Für mich wäre es undenkbar", sagt der Altkanzler #link;http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/index.html;in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger"#, die heute Abend um 22.45 Uhr ausgestrahlt wird. Vor zwei Monaten hatte der frühere SPD-Bundeskanzler zunächst exklusiv im stern zugegeben, "Ende der 60er- oder Anfang der 70er-Jahre" eine außereheliche Affäre gehabt zu haben.

Für Schmidt sind ohnehin andere Aspekte seiner Partnerschaft mit Loki viel bemerkenswerter: "Diese sogenannte Krise liegt auch 40 Jahre mindestens zurück. Wenn Sie die Dauer unserer Ehe, 68 Jahre, nehmen, das soll uns erst jemand nachmachen", so der 96-Jährige in der Sendung.

Seine Tochter habe die Beichte, die auch in seinem Buch "Was ich noch sagen wollte" nachzulesen ist, vorher gelesen und sei damit einverstanden gewesen. Helmut und Loki Schmidt, die vor fünf Jahren starb, waren 68 Jahre lang miteinander verheiratet. Die Beziehung der Beiden galt stets als bundesrepublikanische Vorzeige-Ehe.

"Ich will nicht 100 werden"

Schmidt spricht bei "Maischberger" auch über sein Alter. "Ich finde das Alter von 96 ziemlich lästig, aber verhindern kann ich das nicht", meint er. "Ich will nicht 100 Jahre werden, aber auch das kann ich nicht verhindern." Er schließe ein Leben nach dem Tod aus. "Wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Meine Ehefrau Loki war der Meinung, selbst wenn der Mensch verbrannt wird, bleiben die Moleküle die gleichen, die Atome bleiben die gleichen. Vielleicht wird daraus mal eine Pflanze. Da habe ich ihr zugestimmt."

Mit seiner Freundin Ruth Loah treffe er sich regelmäßig. "Sie hat sich um mich gekümmert, als es mir sehr schlecht ging." Loah wohne im Augustinum am Rande des Hamburger Hafens, komme ihn aber am Wochenende regelmäßig in seinem Haus in Hamburg-Langenhorn besuchen.

"Zunächst fiel ich morgens immer um"

In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" erinnert sich Schmidt an den Sommer 1945, als er aus britischer Kriegsgefangenschaft nach Hamburg zurückkehrte. "Es war in Neugraben. Da waren meine Schwiegereltern in ein Schrebergartenhäuschen gezogen. Da bin ich hingegangen, weil ich dachte, Loki dort zu treffen. Ich habe bei der Annäherung an diese Hütte den Familienpfiff geflötet. Und dann kam sie rausgelaufen, und wir sind uns um den Hals gefallen!"

Nur unter Mühen habe er in den Alltag zurückgefunden. "Zunächst fiel ich morgens immer wieder um, weil ich völlig unterernährt war." Die Narben des Krieges seien auch nach 70 Jahren nicht vollständig verheilt. "Meine Generation wird die Narben mit ins Grab nehmen."

tim/DPA / DPA