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Doppelmord von Herne "Mama, ich warte auf dich!": Mutter des getöteten Jaden sagt vor Gericht aus

Doppelmord von Herne: "Mama, ich warte auf dich!": Mutter des getöteten Jaden sagt vor Gericht aus
Jeanette F., Mutter des getöteten Jaden und Anwalt Reinhard Peters (r.), sitzen im Landgericht Bochum als Nebenklage im Saal
© Ina Fassbender/dpa
Der neunjährige Jaden wird grausam umgebracht. Seine Mutter spricht vor Gericht von Trauer, Wut und Verzweiflung. Der Angeklagte Marcel H. zeigte auch am dritten Verhandlungstag keinerlei Emotionen.

"Tschüss, Mama. Ich warte auf Dich." Mit diesen Worten hatte sich der kleine Jaden am Abend des 6. März 2017 von seiner Mutter verabschiedet. Kurz darauf wurde der Neunjährige umgebracht – in einem Keller, gleich nebenan. Seine Mutter hat sich die Fotos der grausam zugerichteten Leiche bis heute nicht angeguckt. "Ich möchte meinen Sohn so in Erinnerung behalten, wie damals, als ich zum Einkaufen gefahren bin", sagte die 41-Jährige am Donnerstag im Prozess gegen Marcel H. vor dem Bochumer Schwurgericht.

Ein Nachbar hatte noch eine Herzmassage gemacht. "Ich habe alles versucht", sagte der 39-Jährige den Richtern. "Aber es ging nicht." Der Nachbar hatte die verzweifelten Schreie von Jadens Mutter gehört und war erst auf die Straße und dann in das Haus gelaufen, in dem der Angeklagte bis vor kurzem mit seiner Familie gewohnt hatte. Jaden lag im Keller, alles war voller Blut.

"Da wusste ich, dass mein Sohn tot ist"

Jadens Mutter hatte damals alle angefleht, ihren Sohn zu retten. "Als dann aber einer der Rettungssanitäter in Tränen ausgebrochen ist, da wusste ich, dass mein Sohn tot ist", berichtete sie im Gerichtssaal. Marcel H., der über seinen Verteidiger bereits zugegeben hat, am 6. März erst den kleinen Jaden und einen Tag später einen 22-jährigen Schulfreund erstochen zu haben, sei ein Einzelgänger gewesen. "Er hat sich völlig abgekapselt und war nur noch im Internet", sagte sie den Richtern.

Ihr Sohn Jaden sei in der Nachbarschaft und in der Schule sehr beliebt gewesen. "Er war immer hilfsbereit", sagte die Mutter den Richtern. Manchmal hätten bis zu 20 Kinder an der Tür geschellt, weil sie mit ihrem Sohn spielen wollten.

Angeklagter im Herne-Prozess erneut emotionslos

Marcel H. zeigte auch am dritten Verhandlungstag keinerlei Emotionen. Vor Verhandlungsbeginn war bekannt geworden, dass der 19-Jährige im Gefängnis mehrere Briefe empfangen und offenbar auch beantwortet hat. Einer war vom Gericht abgefangen worden, weil der Angeklagte darin Angaben über seine Person gemacht hat. In dem Brief, der an eine Juliane gerichtet war, hatte er unter anderem geschrieben: "Ich glaube, dass ich mit Bewährung oder 10.000 Sozialstunden rauskomme." Und an den Satz das Wörtchen "nicht" angefügt.
 

fs DPA

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