VG-Wort Pixel

Podcast "heute wichtig" Sabotage und Cyberangriffe: Wie sicher ist Deutschlands kritische Infrastruktur?

Grüb-gelbe Bündel von Glasfaserkabeln verbinden Server miteinander
Täglich finden Millionen Cyberangriffe auf deutsche Server statt
© Jan Woitas / DPA
Wie gefährdet ist die Infrastruktur in Deutschland? "Bei der Telekom alleine sind es jeden Tag 70 Millionen Versuche, in das Computernetz reinzukommen", sagt stern-Reporter Rolf-Herbert Peters. Und die Angriffe in allen Bereichen nehmen immer weiter zu.

Deutschland ein Land der Sicherheit – diesen Eindruck hatte man zumindest in der Vergangenheit. In Zeiten der großen Konflikte, nicht nur mit Russland, der Inflation und Energiekrise werden auch in unserer Infrastruktur immer mehr Lecks und Risse deutlich. Die Sabotage an den Bahnkabeln im Oktober in Berlin und Herne und die Angriffe auf die Pipelines Nordstream 1 und Nordstream 2 zeigen, dass die Infrastruktur nicht so gut geschützt ist, wie sie eigentlich sollte. Besonders die kritische Infrastruktur ist gefährdet. Einfach mehr Sicherheitspersonal? "stern"-Reporter Rolf-Herbert Peters sagt in der 391. Folge des Podcasts "heute wichtig": "Wer glaubt, man könne jetzt irgendwie zaubern und müsste nur möglichst viel Geld oder Personal einsetzen, damit plötzlich unsere Infrastruktur sicher ist, der täuscht sich glaube ich selbst."

"Der Staat kann eigentlich nur direkt eingreifen"

Das Komplizierte und Problematische an der Sache ist, dass der größte Anteil an Infrastruktur, wie beispielsweise im Bereich Telekommunikation und Energieversorgung, zu 80 Prozent in der Hand von Privatunternehmen liegt. Im Gespräch mit "heute wichtig"-Host Michel Abdollahi sagt Rolf-Herbert Peters: "Diese 80 Prozent, die müssen irgendwie dazu bewegt werden, einen möglichst hohen Schutz herzustellen, damit unser Land sicher ist."

Solche Unternehmen entscheiden natürlich selbst, wie sie sich vor Attacken von außen, von Naturkatastrophen, vor menschlichem Versagen und vor Ähnlichem" schützen. Und dieser Schutz der Unternehmen muss hergestellt werden. "Der Staat kann eigentlich nur direkt eingreifen, bei seinen eigenen Infrastrukturen.", erklärt Peters.

Energiekrise: Droht uns ein Blackout in Deutschland?

31 Stunden kein Strom – Mit diesem Blackout vor ca. drei Jahren hatten tausende Anwohner des Berliner Stadtteils Köpenick zu kämpfen. Grund für den Stromausfall war ein Bagger, der unabsichtlich zwei wesentliche Stromkabel durchtrennte. Was würde passieren, wenn die Bevölkerung in Deutschland aufgrund der aktuellen Energiekrise mit solch einem Blackout konfrontiert werden würde. Es gibt solche Szenarien, die vom Staat genaustens durchgerechnet werden.  "stern"-Reporter Rolf-Herbert Peters sagt: "Ich glaube zum Beispiel Deutschland, wie wir wissen, ist in der Energiesicherheit mit am besten aufgestellt. Wir haben in den letzten Jahren trotz Energiewende immer weitere Einbindung von den erneuerbaren Energien, eines der mit weltweit stabilsten Netzen. Wir haben die geringsten Stromausfälle." 

Bei den Netzwerken der Telekommunikation seien jedoch einige Lücken. "Bei der Telekom alleine sind es jeden Tag 70 Millionen Versuche, in das Computernetz reinzukommen", so Rolf-Herbert Peters über die Sicherheit im Netz.

Ihr Abo für "heute wichtig"

Verpassen Sie auch sonst keine Folge von "heute wichtig" und abonnieren Sie unseren Podcast bei: Audio Now,Spotify, Apple Podcasts, Deezer, Castbox oder in ihrer Lieblings-Podcast-App. Bei inhaltlichen Fragen oder Anregungen schreiben Sie uns an heutewichtig@stern.de

Mehr zum Thema

Newsticker