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Verschollene Nazi-Kunst Polizei entdeckt Hitlers "Schreitende Pferde" bei Razzia

Bei einer bundesweiten Razzia an zehn Orten wurde ein spektakulärer Fund gemacht: Ermittler entdeckten die seit 26 Jahren verschwundenen NS-Skulpturen "Schreitende Pferde" des Bildhauers Josef Thorak.

Spektakulärer Fund in Rheinland-Pfalz: Bei bundesweiten Razzien sind in Bad Dürkheim am Mittwoch tonnenschwere Skulpturen aus der NS-Zeit gefunden worden. Die beiden "Schreitenden Pferde" des Bildhauers Josef Thorak (1889-1952) sowie ein monumentales Granit-Relief von Arno Breker (1900-1991) seien in einer Lagerhalle entdeckt worden, bestätigte ein Sprecher des Landeskriminalamtes Berlin.

Die "Bild"-Zeitung hatte am Mittwoch den Fund der Pferde gemeldet. Die Bronze-Skulpturen waren zur Aufstellung vor Adolf Hitlers Reichskanzlei angefertigt worden. Nach dem Krieg waren sie auf einem Kasernengelände in Eberswalde (Brandenburg) aufgetaucht, wo sie 1989 jedoch verschwanden. Das fünf mal zehn Meter große Breker-Relief zeigt einen halbnackten muskulösen Kämpfer mit Schwert.

Schwarzmarktwert von vier Millionen Euro

"An zehn Orten bundesweit wurden Razzien durchgeführt. Zum Teil laufen sie noch", sagte ein LKA-Sprecher. Weitere Angaben wollte er deshalb zunächst nicht machen. Was mit den Kunstwerken passiert, ist derzeit noch unklar.

Die Ermittler entdeckten den Angaben der "Bild"-Zeitung zufolge auch zwei Frauenskulpturen des Bildhauers Fritz Klimsch. Sie sollen zu Lebzeiten Hitlers im Garten hinter der Reichskanzlei des Diktators gestanden haben.

Die Pferde-Skulpturen sollen auf dem Schwarzmarkt einen Wert von bis zu vier Millionen Euro gehabt haben. Wo die lebensgroßen Skulpturen in den vergangenen 26 Jahren waren, ist unklar. Auch die Eigentumsverhältnisse sind nicht geklärt. Möglicherweise folgt nun ein Rechtsstreit um die "Schreitenden Pferde".

mka/DPA DPA

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