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Adolf Hitlers Hetz-Schrift: "Mein Kampf" wird mit 5000 Anmerkungen neu veröffentlicht

Mit 5000 Kommentaren und einem 150 Seiten starken Vorwort versehen soll Adolf Hitlers Hass-Schrift "Mein Kampf" auf den Markt kommen. Sie ist seit 1945 verboten - und die Veröffentlichung umstritten.

Adolf Hitlers "Mein Kampf" ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 verboten

Adolf Hitlers "Mein Kampf" ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 verboten

In "Mein Kampf" verbreitete Adolf Hitler zwischen 1925 und 1944 seine hasserfüllten Ideologien. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Hetz-Schrift verboten. Im nächsten Jahr soll sie jedoch wieder auf den deutschen Markt kommen - als wissenschaftlich ausführlich kommentierte Version.

Inhaber der Urheberrechte der Schrift ist bislang der Freistaat Bayern - die Rechte laufen jedoch zum Ende des Jahres aus. Zuvor, im Jahr 2012, hatte Bayern das Institut für Zeitgeschichte in München (IfZ) beauftragt, Hitlers Buch kritisch zu edieren. Der Vizedirektor des IfZ, Magnus Brechtken, hat nun in Berlin zum ersten Mal Details der neuen Edition von "Mein Kampf" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wie die Zeitung "Welt" berichtet, handelt es sich um eine um 1200 Seiten erweiterte Ausgabe der Schrift: Hitlers Werk war 800 Seiten stark, die edierte Version umfasst 2000.

5000 Kommentare, 150 Seiten Vorwort

Ganze 5000 Kommentare haben die Editoren zu einzelnen Äußerungen Hitlers erarbeitet. Laut "Welt" sind diese in den meisten Fällen länger als die Originalpassage, auf die sie sich beziehen. Darin weisen die Historiker etwa nach, aus welchen Schriften Hitler sich bedient hat, sie nehmen dessen Argumente auseinander und zeigen auf, an welchen Stellen er sich selbst widerspricht.

Das soll jeweils auf einer Doppelseite geschehen: Auf einer Seite sollen Hitlers originale Äußerungen aus "Mein Kampf" stehen, nach den Erstausgaben des ersten Bandes von Juli 1925 und des zweiten Bandes von Dezember 1926. Auch verschiedene Textvarianten späterer Auflagen sollen daneben aufgelistet sein.

Interessant ist, dass die Kommentare des Editorenteams jeweils auf der linken Seite der Doppelseite stehen werden - also vor den originalen Hass-Predigten Hitlers.

Dazu kommt ein rund 150 Seiten starkes Vorwort, in dem das Werk des Diktators eingeordnet wird - so fein nuanciert, wie auf 150 Seiten möglich.

Die Freiheit der Wissenschaft ist im Grundgesetz festgelegt

Hitlers "Mein Kampf" besteht aus Hasstiraden und Pseudowissenschaftlichkeit. Trotzdem hat es einst Massen bewegt - und ist eines der mächtigsten Werke aller Zeiten. Die Historiker des IfZ haben daran gearbeitet, die Wirkung der Schrift nachvollziehbar zu machen.

Wer sich mit Hitler und dem Nationalsozialismus auseinandersetzen möchte, begnügt sich kaum allein mit Sekundärliteratur. Bislang sind bloß kommentierte Werke mit einzelnen Zitaten erhältlich. Journalisten, Publizisten, Historiker oder andere Wissenschaftler kommen kaum umhin, wenigstens Passagen der Schrift im Originaltext zu lesen.

Selbst innerhalb der bayerischen Landesregierung gibt es in der causa keine einheitliche Linie. Der Münchner Justizminister pocht vor der Veröffentlichung der edierten Version darauf, jede noch so umfrangreiche Edition müsse auf den Verdacht der Volksverhetzung hin überprüft werden. Bayerns Kultusminister hingegen verweist auf deutsches Gesetz.

In Deutschland herrscht Wissenschaftsfreiheit, geregelt im Artikel fünf des Grundgesetzes. Kritisiert wird die Veröffentlichung der Arbeit nicht zuletzt deshalb, weil die Grundrechte der NS-Opfer diesem Grundrecht auf Forschung und Lehre eventuell entgegenstehen.

Veröffentlichung bleibt umstritten

Daher ist die Veröffentlichung, selbst mit tausenden Kommentaren und relativ umfangreichem Vorwort, nach wie vor umstritten.

Erst 2012 hatte das Landgericht München eine Sammlung von Zitaten aus "Mein Kampf" verboten. Die Publikationsreihe "Zeitungszeugen" des britischen Verlegers Peter McGee überschritt demnach mit seitenlangen Auszügen die Grenzen des Zitatrechts. Dass daneben Anmerkungen von Wissenschaftlern standen, zählte damals nicht als Argument für eine Veröffentlichung. Schließlich könnten die Leser den Originaltext auch unabhängig von den Erläuterungen rezipieren.

Zu teuer für die Allgemeinheit

Die nun konzipierte Edition soll in zwei Bänden veröffentlicht werden, voraussichtlich am 4. Januar 2016. Eine weite Verbreitung hält Brechtken laut der "Welt" nicht für wahrscheinlich, schon allein wegen des zu erwartenden Preises für die gebundene Ausgabe der beiden Bände. Die "Welt" schreibt von rund 100 bis 160 Euro - zu teuer für die Allgemeinheit.

Frühestens ein Jahr später soll es jedoch zusätzlich eine Internetausgabe geben - ob kostenlos oder gegen Gebühr, sei noch offen. Die Zukunft des Projekts liegt in den Händen der Justiz. Es muss sich zeigen, ob die deutschen Staatsanwälte etwa die Grundrechte der NS-Opfer doch über die der Forschung stellen.

jen
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.