HOME

Hungerstreik-Camp in München: Polizei nimmt 13 Aktivisten fest

In Deutschlands reichster Stadt wollten sich Flüchtlinge aus den ärmsten Ländern zu Tode hungern, wenn sie nicht bleiben dürfen. Die Polizei nahm 13 Personen fest wegen Widerstandes und Beleidigung.

Nach einem gescheiterten Vermittlungsversuch hat die Polizei in München am Sonntag das Camp von hungerstreikenden Asylbewerbern geräumt, um drohende Todesfälle zu verhindern. Dabei nahmen die Einsatzkräfte 13 Menschen vorläufig fest.

Der Versammlungsleiter sei ebenso abgeführt worden wie zwölf Unterstützer wegen Widerstands und Beleidigung, teilte der Krisenstab in München mit. Die Stadt habe eingreifen müssen, um "konkrete bevorstehende Gefahren für das Leben der Teilnehmer abzuwenden". 44 Asylbewerber kamen in Krankenhäuser. Sie waren seit einer Woche im Hungerstreik und weigerten sich seit Dienstag auch zu trinken, um die sofortige Anerkennung ihrer Asylanträge zu erzwingen.

Der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel und der ehemalige CSU-Politiker Alois Glück hatten am Samstagabend vergeblich versucht, den Konflikt zu entschärfen. Die Asylbewerber aus mehreren afrikanischen und asiatischen Ländern kündigten anschließend an, ihre lebensgefährliche Aktion fortzusetzen, um die sofortige Anerkennung ihrer Asylanträge zu erzwingen. Sie waren seit einer Woche im Hungerstreik und weigerten sich seit Dienstag auch zu trinken, was innerhalb weniger Tage zum Tod führen kann.

Viele Hungerstreikende in kritischem Zustand

Die Räumung begann gegen 5 Uhr. "Es war ein sehr schwieriger Einsatz", sagte Hauf. Etwa 50 Unterstützer seien vor Ort gewesen. Die Polizei habe eine Sitzblockade aufgelöst. Der Gesundheitszustand der Hungerstreikenden sei kritisch gewesen. Die Polizei sperrte den Rindermarkt ab und räumte das Lager. Mitarbeiter der Stadt bauten am Morgen die Zelte ab.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass der Krisenstab von Stadt und Staatsregierung Tote verhindern will. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte sich mit Ude bei einem Krisentreffen in der Staatskanzlei auf den Vermittlungsversuch verständigt. Der Landtagswahlkampf sollte angesichts des Ernsts der Lage zurückstehen. Ude tritt bei der Wahl im September als SPD-Spitzenkandidat gegen Seehofer an.

dho/DPA / DPA