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Pazifikstaat Nauru Wachleute liefern Asylbewerbern Drogen gegen Sex


Wachleute eines australischen Flüchtlingslagers in Nauru nutzten die Drogensucht von Asylbewerbern aus. Sie verschafften ihnen Marihuana - gegen Sex. Nun lässt die Regierung die Vorfälle untersuchen.

In einem australischen Aufnahmelager im Pazifikstaat Nauru haben Wachleute Asylbewerbern gegen Sex Drogen verschafft. Der Vorwurf, dass Wächter den Insassen für "sexuelle Gefälligkeiten" Marihuana besorgten, sei "wahrscheinlich" zutreffend, hieß es in einem am Freitag vorgelegten Bericht.

Eine von der Regierung eingesetzte Untersuchungskommission geht demnach auch drei Vergewaltigungsvorwürfen nach, unter anderem an einem minderjährigen Opfer. Die in Nauru internierten Flüchtlinge beschwerten sich dem Bericht zufolge zudem über sexuelle Nötigung und Belästigung und andere körperliche Misshandlungen.

Unhaltbare Zustände in Australien

Die konservative Regierung von Premierminister Tony Abbott steht wegen ihres harten Kurses in der Einwanderungspolitik seit langem in der Kritik. So werden Flüchtlingsboote auf See abgefangen und zur Umkehr gezwungen. Abgefangene Flüchtlinge werden grundsätzlich in zwei Aufnahmelager in Nauru und Papua-Neuguinea gebracht.

Selbst wenn ihre Asylanträge anerkannt werden, müssen sie in der Regel dort bleiben und dürfen nicht nach Australien kommen. Menschenrechtsgruppen kritisieren unhaltbare Zustände in den Lagern.

"Völlig abstoßende" Vorstellung

Nach Misshandlungsvorwürfen hatte die Regierung im vergangenen Jahr die nun vorgelegte Untersuchung in Auftrag gegeben. Einwanderungsminister Peter Dutton sagte, die Vorstellung, dass selbst Kinder sexuell misshandelt würden, sei für ihn "völlig abstoßend". Die Regierung will nach eigenen Angaben 19 Empfehlungen aus dem Bericht aufgreifen, unter anderem eine bessere Ausbildung für die Wachleute und eine bessere Zusammenarbeit mit der Polizei in Nauru.

lib/AFP AFP

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