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Bundesamt für Migration: Die Zahl der Asylbewerber verdoppelt sich

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, nimmt stetig zu. Seit Jahresanfang wurde rund 52.000 Mal Asyl beantragt, wie das Bundesinnenministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die Asylanträge zum Jahresanfang haben sich im Vergleich zum Vorjahr doppelt

Die Asylanträge zum Jahresanfang haben sich im Vergleich zum Vorjahr doppelt

Seit Jahresanfang haben in Deutschland fast 52.000 Menschen Asyl beantragt und damit doppelt so viele wie vor einem Jahr. Allein aus dem Kosovo und dem Bürgerkriegsland Syrien kamen im Januar und Februar rund 16.900 Asylbewerber mehr, wie das Bundesinnenministerium am Donnerstag mitteilte.

Das Bundesamt für Migration rechnet für dieses Jahr mit etwa 300.000 Asylanträgen in Deutschland. Angesichts des Syrien-Krieges, der Kämpfe im Irak und der Flüchtlingszahlen vom Balkan könnte sich dies nach Angaben der Behörde ändern. Die Prognose werde vierteljährlich überprüft. Die SPD warf Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) vor, er setze auf Abschottung der Grenzen.

51.938 Asylanträge im Januar und Februar

Die wenigsten Antragsteller werden als Asylberechtigte anerkannt. Etwa zwei Fünfteln wird aber der Flüchtlingsstatus zuerkannt. Sie erhalten eine befristete Aufenthaltserlaubnis. Entschieden wurde im Januar und Februar über 35.400 Anträge. In rund 40 Prozent der Fälle wurde der Flüchtlingsstatus zuerkannt.

Darunter wurden 456 Personen oder 1,3 Prozent als Asylberechtigte nach dem Grundgesetz anerkannt. Beim Bundesamt für Migration gingen im Januar und Februar 51.938 Asylanträge ein, 99,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2014. Allein im Februar gab es 26.083 Asylanträge. Das waren 132,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Etwa zwei Fünftel erhalten Aufenthaltserlaubnis

Die wenigsten Antragsteller werden als Asylberechtigte anerkannt. Etwa zwei Fünfteln wird aber der Flüchtlingsstatus zuerkannt. Sie erhalten eine befristete Aufenthaltserlaubnis. Entschieden wurde im Januar und Februar über 35.400 Anträge. In rund 40 Prozent der Fälle wurde der Flüchtlingsstatus zuerkannt. Darunter wurden 456 Personen oder 1,3 Prozent als Asylberechtigte nach dem Grundgesetz anerkannt.

Beim Bundesamt für Migration gingen im Januar und Februar 51.938 Asylanträge ein, 99,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2014. Allein im Februar gab es 26.083 Asylanträge. Das waren 132,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Hauptherkunftsländer: Kosovo, Syrien und Serbien

Hauptherkunftsländer sind der Kosovo, Syrien und Serbien. Aus diesen drei Ländern kam über die Hälfte der Antragsteller. Im Januar und Februar 2014 hatten 1001 Personen aus dem Kosovo Asyl beantragt. Nun waren es 11.383 Menschen. Von Syrern gab es 10.175 Anträge nach 3673 im selben Vorjahreszeitraum. Die Zahl der serbischen Anträge stieg im Jahresvergleich um rund 2300.

Der Zustrom aus dem Kosovo ebbt nach Angaben der Behörden mittlerweile ab. Innenminister de Maiziere verwies vor einer Woche darauf, dass die Zahl der täglich registrierten Flüchtlinge aus dem.

"Zugang aus Serbien, Bosnien und Mazedonien gebremst"

Die Ausweitung der Regelung zu den sicheren Herkunftsstaaten auf Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien im November 2014 zeigt nach Einschätzung des Bundesamtes für Migration Wirkung. "Wir stellen (...) einen deutlich gebremsten Zugang aus den drei Ländern fest", sagte Behördenchef Manfred Schmidt.

Zudem entscheide die Behörde nun monatlich über rund 5000 Anträge aus diesen Ländern nach etwa 1500 vor der Gesetzesregelung, die eine Beschleunigung der Verfahren ermöglichen sollte. Bayern will diese Regelung auf Albanien, Montenegro und Kosovo ausweiten.

"Schlimmste humanitäre Krise unserer Zeit"

Mit Blick auf Syrien sprach das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Donnerstag von der "schlimmsten humanitären Krise unserer Zeit". Statt einen "globalen Aufschrei der Unterstützung" auszulösen, schwinde aber die Hilfe für die etwa 3,9 Millionen syrischen Flüchtlinge in den Nachbarländern.

In Brüssel berieten die Innenminister der EU-Mitgliedstaaten über die Flüchtlingspolitik. Deutschland nimmt am meisten Flüchtlinge aus Nicht-EU-Staaten auf und fordert eine bessere Verteilung der Lasten innerhalb der EU.

Aufnahmelager in Nordafrika

De Maiziere brachte erneut den Vorschlag von Aufnahmezentren in Nordafrika ins Spiel. Nach Ansicht der österreichischen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner könnten Flüchtlinge durch die Aufnahmezentren über die EU-Staaten verteilt und den Schlepperbanden zugleich der Nährboden entzogen werden.

SPD-Vizechef Ralf Stegner warnte, de Maiziere gehe es "offenbar eher um Abschottung". Dies wäre nach Stegners Worten "kontraproduktiv und mit der SPD nicht zu machen".

Jeden Monat flüchten Tausende Menschen aus Afrika in unsicheren Booten und Schiffen über das Mittelmeer, um in der EU Schutz zu suchen. Allein im Februar starben dabei nach UNHCR-Angaben mehrere hundert Menschen.

lib/Reuters / Reuters