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Italien Erdbeben vernichtet tonnenweise Parmesan-Käse


Muss die Pasta bald ohne Parmesan auskommen? Durch das Erdbeben in Norditalien wurden in mehreren Fabriken Hunderttausende Käselaibe zerstört. Die Hersteller versuchen zu retten, was zu retten ist.

Im italienischen Erdbebengebiet haben auch die Hersteller von Parmesan-Käse große Verluste erlitten. Sie versuchten zu Wochenbeginn, die unversehrten Reste ihrer Produktion zu retten: Nach Angaben der landwirtschaftlichen Vereinigung Coldiretti wurden durch das Beben der Stärke 6,0 im Nordosten Italiens am Sonntag rund 400.000 Laibe Parmesan und Grana Padano, einer ähnlichen Käsesorte, beschädigt oder zerstört. "Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit", sagte der Hersteller Oriano Caretti, während er in San Giovanni in Persiceto die Schäden in seiner Fabrik inspizierte. "Wir müssen versuchen, die intakten Laibe unter den beschädigten auszusortieren."

In einem Lager von der Größe eines Fußballplatzes bahnte sich Caretti einen Weg durch die Käselaibe oder marschierte über die am Boden liegenden Reste hinweg. Carettis Firma zählt zu den drei am stärksten vom Erdbeben betroffenen Parmesan-Fabriken. Nach Angaben der Käse-Produzenten werden die geretteten Käselaibe von einer Behörde auf ihre Hygiene geprüft und später möglicherweise als geriebener Käse verkauft.

Das Beben in der Region Emilia Romagna ereignete sich um die Städte Ferrara und Modena, die Hochburgen des Parmigiano Reggiano sind. Nach den strengen Vorschriften für diese Käsesorte müssen die Laibe vor dem Verkauf mindestens zwölf Monate lagern. Neben dem Parmesan-Käse ist die Emilia Romagna berühmt für ihren Parma-Schinken, die Bolognese-Soße und den Balsamico-Essig aus Modena.

Nachbeben und Regen behindern Aufräumarbeiten

Noch immer erschüttern Nachbeben die Region. Tausende verbrachten die zweite Nacht in Notunterkünften oder bei Freunden und Verwandten. Die Zahl der Obdachlosen stieg nach Medienberichten auf 5000. Regenfälle behindern die Aufräumarbeiten und machen die Lage für die Opfer noch schwieriger. Hunderte Helfer sind im Einsatz, darunter laut dem Portal "corriere.it" rund 600 Polizeibeamte.

Regierungschef Mario Monti besuchte am Dienstag den Erdbebenort Sant'Agostino. Vier der insgesamt sieben Toten kamen in dem Ort unter Trümmern ums Leben. Monti wollte auch in das ebenfalls schwer betroffene Finale Emilia fahren. Die Regierung beabsichtigte, am Dienstag über finanzielle Hilfen zu beraten. Jedoch wurde erwartet, dass angesichts der Schuldenkrise nicht viel Geld lockergemacht werden kann.

mlr/AFP/DPA DPA

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