HOME

Japan: Stalker findet Popstar – durch die Reflexionen auf den Pupillen der Sängerin

Bilder im Netz geben oft mehr preis, als dem Urheber lieb ist. Ein japanischer Stalker nutzte Reflexionen auf Instagram-Bildern, um seinem Idol aufzulauern.

Reflexionen auf einer Pupille

Eine japanische Sängerin hatte Selfies von sich ins Netz gestellt - die ein Stalker offenbar akribisch auswertete (Symbolbild)

Getty Images

Ein gruseliger Fall von Stalking beschäftigt derzeit japanische Behörden: Die Pop-Sängerin Ena Matsuoka wurde im vergangenen Monat vor ihrer Wohnung von einem Stalker angegriffen. Zuvor hatte der Mann den Wohnort der 20-jährigen Sängerin ausfindig gemacht - mithilfe von Bildern, die er auf den Social Media-Kanälen der jungen Frau fand. 

Bei dem Stalker soll es sich um einen 26-jährigen Mann handeln. Wie die "New York Post" berichtet, analysierte der Mann unter anderem Reflexionen in den Pupillen der Sängerin, um ihren genauen Wohnort zu bestimmen. Dafür nutzte er offenbar auch den Online-Dienst Google Street View, der 360-Grad-Ansichten aus der Straßenperspektive darstellt. 

Auf diese Weise habe der Mann einen Bahnhof ausfindig machen können, an dem sich die Sängerin regelmäßig aufhielt. Zudem habe er weitere Bilder ausgewertet - unter anderem von der Wohnung der jungen Frau - um ihre Adresse herauszufinden. Schließlich habe er der Sängerin aufgelauert, sie angesprochen und angegriffen.

Die Polizei von Tokio bestätigte laut "New York Post", dass Mitte September ein 26-jähriger Mann festgenommen worden sei, dem unter anderem Stalking und Körperverletzung vorgeworfen werde. Zu den Einzelheiten des Falls gab ein Sprecher der Behörde keine Auskunft, bestätigte aber, dass die Festnahme im Zusammenhang mit den aktuellen Berichten rund um Cyber-Stalking stehe. 

Risiken von Bildern im Netz

Die japanische Zeitung "Tokyo Shimbun" warnte ihre Leser im Zusammenhang mit dem Fall grundsätzlich davor, Schnappschüsse ins Netz zu stellen. Anhand der umstehenden Gebäude lasse sich leicht der Standort der Aufnahmen bestimmen - und damit auch so sensible Infos wie Wohnort oder Arbeitsstelle.

Experten warnen seit Jahren vor den Gefahren, die durch immer bessere Bildtechnik im Zusammenhang mit dem Internet entstehen: So hatten japanische Forscher des National Institute of Informatics (NII) 2017 herausgefunden, dass man aus einem Selfie den Fingerabdruck des Nutzers auslesen kann, wenn dieser das Victory-Zeichen macht. Betrüger könnten den Fingerabdruck im Anschluss als Attrappe nachbauen - und damit unter anderem Sicherungssysteme umgehen.

Quelle: New York Post

ikr