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Sexuelle Gewalt in Indien: Japanische Touristin wochenlang eingesperrt und vergewaltigt

Erneuter Vergewaltigungsfall in Indien: Zwei Brüder sollen eine japanische Touristin drei Wochen lang im Keller festgehalten und mehrfach vergewaltigt haben. Drei Komplizen sind ebenfalls angeklagt.

Die Gruppenvergewaltigung einer Studentin in einem fahrenden Bus 2012 sorgte weltweit für Aufsehen. Geändert haben die Proteste an der Gewalt gegen Frauen wenig.

Die Gruppenvergewaltigung einer Studentin in einem fahrenden Bus 2012 sorgte weltweit für Aufsehen. Geändert haben die Proteste an der Gewalt gegen Frauen wenig.

In Indien hat erneut ein brutaler Vergewaltigungsfall für Erschütterung gesorgt. Zwei Brüder wurden nach Behördenangaben vom Samstag wegen der wiederholten Vergewaltigung einer japanischen Touristin festgenommen. Die 22-Jährige wurde demnach drei Wochen lang unter Waffengewalt in einem unterirdischen Raum festgehalten und vergewaltigt. Drei Männer sollen die Frau zuvor erpresst haben. Sie wurden ebenfalls festgenommen.

Das Trio hatte die 22-jährige Studentin am 20. November in Kolkata angesprochen. Die Männer konnten sie überzeugen, 1200 Dollar (1000 Euro) abzuheben, mit ihnen zur heiligen buddhistischen Stätte Bodh Gaya zu reisen und ihnen dort das Geld auszuhändigen. Danach übergaben die drei Männer die Japanerin an die beiden Brüder, die die Frau schließlich einsperrten und über Wochen vergewaltigten.

Mitte Dezember wurde die Studentin laut Polizei wegen ihres sich verschlechternden Gesundheitszustands zur medizinischen Behandlung nach Gaya gebracht. Von dort konnte sie entkommen und sich an japanische Touristen wenden, die ihr halfen, das japanische Konsulat in Kolkata zu kontaktieren.

Bei den beiden mutmaßlichen Vergewaltigern handelt es sich nach Angaben der Polizei um zwei Männer im Alter von 25 und 32 Jahren, die als Touristenführer arbeiteten. Die beiden müssen sich nun wegen Freiheitsberaubung und Vergewaltigung verantworten. Ein Richter ordnete am Samstag an, sie in Untersuchungshaft zu nehmen. Ihren drei Komplizen wird wegen gemeinschaftlicher Verschwörung der Prozess gemacht.

Sexuelle Gewalt ist Indien weit verbreitet. Vor zwei Jahren hatte der Fall einer Studentin weltweit für Empörung gesorgt, die von einer Gruppe in Neu Delhi so brutal vergewaltigt worden war, dass sie an ihren Verletzungen starb. Doch trotz der allgemeinen Empörung und einer Verschärfung der Strafgesetze hält die sexuelle Gewalt gegen Frauen in Indien unvermindert an: Einer Regierungsstatistik zufolge wird alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt. Auch ausländische Frauen wurden zuletzt mehrfach Opfer, die Zahl der Touristen in Indien ging nach entsprechenden Berichten zurück.

fin/AFP / AFP