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Julia Engelmann: "Jede Woche, Baby!": Wie man immer das Richtige tut

Ich muss euch enttäuschen: Ich weiß es nicht! Und: Ich persönlich würde auch niemandem glauben, der mir erzählt, er wüsste, was das "Richtige" ist.

Von Julia Engelmann

Und damit herzlich willkommen zu meinem zweiten How-to-guide (letztes Mal habe ich ja über das Loslassen geschrieben). Das hier ist weniger eine Anleitung als viel mehr eine Frage. Nach dem Prinzip: Erst ins Wasser springen und dann schwimmen lernen. Abgesehen davon, dass ich an sich zwar schwimmen kann (ich habe sogar den Pinguin UND das Seepferdchen gemacht), bin ich nämlich nicht ganz sicher, wie und ob ich immer das Richtige tun kann und will. Willkommen also zu meinem I-don’t-know-how-to-either-but-I-am-trying-guide.

Soll ich lieber genug Schlaf oder genug Tag haben? Soll ich dieses Wochenende spontan wegfahren? Soll ich die Klausur verschieben? Soll ich einen günstigen oder einen guten Kühlschrank kaufen? Soll ich dich anrufen oder dir schreiben oder warten, bis du das machst?

Selbstvertrauen und Verantwortung zählen

Ich würde gerne immer das Richtige tun. Wie geht das? Die dringendste Gegenfrage ist: Gibt es "das einzig Richtige" und wenn ja, was ist es und wer beurteilt das und wann? Das ist alles so vage, dass es "das einzig Richtige" meiner Ansicht nach schon mal nicht geben kann. Zack!

Gibt es denn aber "das für mich in dem Moment Richtige"? Und wenn ja, kann ich es jemals rausfinden? Was für mich in dem Moment das Richtige ist, das kann ja nur ich beurteilen. Das heißt, ich kann mir durchaus Rat einholen und es kann mir jemand Vertrautes den Rücken stärken, aber abnehmen kann mir die Beurteilung keiner. Außerdem kann mehr Rat auch für mehr Verwirrung sorgen. Das heißt, dass "das für mich in dem Moment Richtige" festzulegen unfassbar viel mit Selbstvertrauen und Verantwortung zu tun hat.

Wäre es denn eigentlich schlimm, nicht "das Richtige" zu tun? Und wenn es nicht schlimm wäre, ist es dann nicht vielleicht auch "das Richtige"? Kann ich nicht alles durch einen guten Umgang und einer guten Ansicht zu "dem Richtigen" machen? Denn auch, wenn ich nicht alles beeinflussen kann, was mir passiert oder etwas anders läuft als geplant: Ich kann immer noch entscheiden, wie ich das sehe und wie ich damit umgehe.

Ich habe viel zu lange bei Entscheidungsfragen immer gedacht: "Uh, was, wenn es schiefläuft?" oder: "Ach, warum sollte es denn gut gehen?". Nichts gegen eine gesunde Skepsis, aber zumindest etwas gegen unangemessenen Pessimismus. Vor noch nicht allzu langer Zeit ist mir aufgefallen, dass ich fürs exakt Gleiche auch denken kann: "Uh, was, wenn es glattläuft?" oder: "Warum sollte es eigentlich nicht gutgehen?" oder verneinungsfrei: "Es wird schon gut gehen." Das macht um einiges mehr Spaß. Die Rechnung ist simpel: Egal, was ich mache, und egal, was das Ergebnis dessen ist, mit einer positiven Einstellung habe ich letztlich eine bessere Zeit. Optimismus macht gute Laune. Eine Freundin hat mir neulich dieses Zitat geschickt: "Es gibt nur ein Anzeichen für Weisheit: gute Laune, die anhält." Find ich plausibel.

"Du kannst deine Einstellung verändern!" – oft, wenn jemand so etwas zu mir gesagt hat, dachte ich: "Du hast gut reden. Erst mal muss sich mein Leben ins unermesslich Utopische verändern und erst dann kann ich auch entspannt eine gute Einstellung haben!". Aber es geht tatsächlich andersrum. Ich halte mittlerweile einiges von der Kraft der eigenen Gedanken und sich selbsterfüllenden Prophezeiungen. Wer Gutes denkt und Gutes tut, der bekommt das auch zurück. Jeder kann seine Einstellung verändern, wenn er will.

Ich glaube also, dass in vielen Fällen eine gute Einstellung beim Machen und Tun das ist, was der Bezeichnung "richtig" vielleicht am nächsten kommen könnte.

Was genug Schlaf und Tag angeht, so wechsele ich die Prioritäten diesbezüglich intuitiv hin und her. Am Wochenende bin ich übrigens zuhause geblieben. Ich hab schon mal Klausuren verschoben, aber das war eigentlich nie die beste aller Ideen, weil sich die Sachlage nicht verbessert. Ich besitze einen günstigen Kühlschrank, der manchmal so surrt wie Grumpycat aussieht, Hashtag Haustierpotential. Und ich werde dich nachher mal anrufen.

All das ist wieder mit neuen Möglichkeiten und Entscheidungen verbunden. Und all das hat das Potential, etwas Gutes zu werden. Und so falsch kann das ja gar nicht ein, somit also sogar richtig.

Was, wenn alles gut geht? Ich bin dafür bereit.

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.