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Julia Engelmann: "Jede Woche, Baby!": Uns gehört der Tag

Von weitem sehen die Dinge manchmal viel und kompoliziert aus. Aber wenn man näher rangeht, dann ist eigentlich alles ganz klar, dann ist eigentlich alles ganz einfach. Heute gehört der Tag uns.

Von Julia Engelmann

Meine letzte Fahrradtour der Nacht ist gleichzeitig meine erste Fahrradtour des neuen Tages. Es riecht nach Morgen und bestimmt auch irgendwo nach Kaffee, zumindest stelle ich mir das jetzt vor, ich glaube, ich würde jetzt vor allem gerne Kaffee trinken. So von der frühen Dämmerung angestrahlt sehen die Wolken über mir fast aus wie ich die Polarlichter auf den Standard-Desktop-Hintergrundbildern und obwohl es still ist, fühlt sich das alles an, als würde ich in einer Hängematte aus M83-Liedern liegen. Wenn ich am Ende der Strecke durch den Park fahre und dabei nach oben sehe, dann ist das, wie in ein grünes Kaleidoskop zu gucken.

Der allerspäteste Zeitpunkt vom Samstag ist gleichzeitig der allerfrühste Moment vom Sonntag. Ich bin noch nicht müde oder vielleicht nicht mehr oder vielleicht merke ich es auch noch nicht, vermutlich letzteres, aber das macht ja nichts. Ich verstehe nicht, wieso ich nicht öfter so spät oder und so früh wach bin, weil das eigentlich der beste Part ist. Alles ist so friedlich, alles ist noch möglich. Aus diesem Tag kann alles werden. Genauso wie aus uns.

Heute ist alles einfach

Ich weiß, von weitem sehen die Dinge manchmal viel und kompliziert aus, manchmal auch unlösbar. Aber wenn man näher rangeht, dann ist eigentlich alles ganz klar, dann ist eigentlich alles ganz einfach. Das ist wie bei einer Landkarte. Von weitem sieht alles nach Wirrwarr und Chaos aus. Aber von dichtem betrachtet, sind die Dinge schlichte, simple Felder ohne Bezeichnungen und Farbflecken ohne Koordinaten. Heute sehen die Dinge nicht mal von weitem kompliziert aus. Heute ist alles einfach. So wie dieser Gedanke. Und ich weiß, manchmal geht alles wahnsinnig schnell, so schnell, dass ein Moment aussieht wie der andere. Das ist wie in eine Waschmaschine rein- oder aus einem Karussell rauszugucken. Aber heute ist das anders. Heute ist alles in genau dem richtigen Tempo.

Und ich weiß, von weitem sieht das Gras auf der anderen Seite schön aus und ein bisschen wie ein Strand auf Bora Bora. Bestimmt riecht es dort so wie ein gutgemachter Parfumspot aussieht und fühlt sich bestimmt an wie mitten im Valencia-Filter zu baden. Aber das können wir nur mutmaßen. Und heute finde ich das Gras auf unserer Seite mit Abstand am Schönsten. Es gibt bestimmt eine Million Sachen, die uns beschäftigen. Eine Million Fragen, die wir haben. Eine Million „was wäre wenn“-Gedanken. Vielleicht aufgeteilt: Zur Häfte „was wäre gewesen, wenn“- und zur anderen Hälfte „was wäre in Zukunft, wenn“-Gedanken. Aber wir können die nicht alle heute beantworten. Und jetzt, in diesem Moment, jetzt grade ist auch nichts davon wichtig. Jetzt grade ist alles einfach. So wie dieser Gedanke.

Der letzte Schluck Kaffee von gestern ist auch mein erster Schluck Kaffee von heute. Und jetzt riecht es auch auf jeden Fall danach. So von der Dämmerung beleuchtet sieht meine Straße eigentlich so unmagisch aus wie immer, nur in Walter-Mitty-mäßig und besser. Und irgendwo steht in neonröhrenen Leuchtbuchstaben geschrieben, dass uns der Tag gehört.

Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.