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Kanaren: Ein Fischerboot voller Flüchtlinge

Fast 100 afrikanische Flüchtlinge sind auf den Kanaren gelandet - ihr Gesundheitszustand ist kritisch. Währenddessen treibt ein weiteres Boot vor der Küste der zu Spanien gehörenden Inselkette.

Nach zweimonatiger Irrfahrt auf dem Atlantik ist am Dienstag ein Boot mit rund 100 afrikanischen Flüchtlingen unter spanischem Begleitschutz auf den Kanaren gelandet. Die Küstenwache eskortierte das Fischerboot zunächst in den Hafen von Los Cristianos auf Teneriffa, dort wurden die ausgezehrten Menschen unter medizinischer Aufsicht an Land gebracht.

Der Gesundheitszustand von 30 Afrikanern sei Besorgnis erregend, teilte eine Regierungssprecherin in Teneriffa mit. Es habe keine Toten an Bord des Fischerbootes gegeben. Zuvor war von zwei Toten die Rede gewesen. Es sei jedoch möglich, dass Leichen während der Fahrt aus Angst vor Krankheiten über Bord geworfen worden seien. "Dies ist in solchen Fällen leider üblich", sagte die Sprecherin.

Nach Angaben der Behörden befindet sich noch ein weiteres Boot mit 37 Flüchtlingen an Bord 200 Kilometer vor der Küste der zu Spanien gehörenden Kanaren. Woher die Menschen stammen, sei noch nicht klar. Jedes Jahr greifen die spanischen Behörden mehrere tausend Flüchtlinge auf, die über die schmale Meerenge vor dem Westen Afrikas nach Europa gelangen wollen. Viele von ihnen kommen dabei ums Leben, wenn ihre Boote kentern oder sie von Menschenschmugglern im Stich gelassen werden.

Reuters / Reuters