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Kirchenstudie Viele Priester hadern mit dem Zölibat


Körperliche Nähe, Kinder oder traute Zweisamkeit bleiben ihnen untersagt: Katholische Priester sind mit dem Zölibat unzufrieden und leiden unter Depressionen - das geht aus einer Kirchenstudie hervor.

Viele katholischer Priester in Deutschland sind offenbar mit dem Prinzip der Enthaltsamkeit unzufrieden. Wie aus einer neu veröffentlichten Studie hervorgeht, empfindet jeder dritte Priester das Zölibat als belastend für seinen Dienst. Die Seelsorgestudie wurde von der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin vorgestellt.

Der Untersuchung zufolge würde sich nur etwa jeder zweite Priester für eine zölibatäre Lebensform entscheiden, wenn er nochmals die Wahl hätte. Ein Viertel würde sich gegen diese Lebensart entscheiden, ein weiteres Viertel ist unentschlossen.

Einsamkeit und körperliche Bedürfnisse

Im Rahmen der Studie waren zwischen 2012 und 2014 8600 Seelsorger befragt worden, unter denen sich 4200 Priester befanden. Bei den weiteren Seelsorgern handelte es sich um Diakone und Pastoralreferenten.

Dass Sex für katholische Priester kein Tabuthema ist, zeigen auch andere abgefragte Themen. Über die Hälfte der Priester nannte den Verzicht auf körperlich praktizierte Sexualität, partnerschaftliche Bindung und auf Kinder eine besondere Herausforderung. Ganz unabhängig von sexuellen Bedürfnissen geben Priester viel häufiger als Mitarbeiter der anderen seelsorgerischen Berufe an, sich einsam zu fühlen.

Depressionen und Ärger über den Chef

Gerade die Priester stehen der Studie zufolge jedoch nicht nur wegen sexueller Unzufriedenheit unter erheblichem Stress.

Sie leiden häufiger an Depressionen als etwa Pastoralreferenten und sind tendenziell eher unzufrieden mit den allgemeinen Strukturen und der Leitung der Kirche. Mit der Sündenbeichte halten es die Seelsorger nicht genau. 54 Prozent der katholischen Priester gehen laut der Studie höchstens einmal pro Jahr zur Beichte.

AFP AFP

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