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Reportage der Woche

Zölibat erzwingt Berufswechsel: Aus Liebe zu Gott wurde Christian Dieker Pfarrer - aus Liebe zu seiner Frau wagte er das Risiko

Christian Dieker war sein Arbeitsleben lang Pfarrer. Dann ging er eine Beziehung ein und wollte seine Liebe nicht geheimhalten. Plötzlich musste er auf dem weltlichen Arbeitsmarkt seinen Platz finden.

Christian Dieker arbeitet heute als Jobcoach und rechtlicher Betreuer - zuvor war der Diplom-Theologe jahrzehntelang als Pfarrer tätig.

Christian Dieker arbeitet heute als Jobcoach und rechtlicher Betreuer - zuvor war der Diplom-Theologe jahrzehntelang als Pfarrer tätig.

Aktenschrank, Kalender an der Wand, Schreibtisch, zwei Besucherstühle - Christian Diekers Arbeitsplatz in einem eher unscheinbaren Bürogebäude in der Innenstadt im westfälischen Rheine ist so schlicht wie funktionell. Der 54-Jährige arbeitet als Jobcoach in einem Projekt in Trägerschaft des Landkreis Steinfurt mit Langzeitarbeitslosen. Sein vorheriger Arbeitsplatz hatte, zumindest rein optisch, mehr Glanz: Es war eine spätromanische Kirche mit kunstvollen, teils jahrhundertealten Buntglasfenstern, durch die das Sonnenlicht in ein von steinernen Säulen durchzogenes Kirchenschiff fällt. Dieker war Pfarrer in Legden, einer Gemeinde mit knapp 8000 Einwohnern im erzkatholischen Münsterland. Dann verfestigte sich die Beziehung zu seiner heutigen Frau und ihm wurde klar, dass er nicht mehr im Zölibat leben konnte und wollte. 

Kirche

Knapp ein Jahrzehnt lang Christian Diekers Arbeitsplatz: die Pfarrkirche St. Brigida in Legden

Für einen katholischen Priester bedeutet diese Entscheidung zwangsläufig die Suspendierung und damit das berufliche Aus. Zumindest, wenn er sich und seine Partnerin nicht verstecken will. Denn: "Heimliche Partnerschaften werden toleriert", teilt die "Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen" auf stern-Anfrage mit. Und weiter: "Es wird erst schwierig, wenn ein Paar ehrlich ist und heiraten möchte." In dem Verein haben sich Priester zusammengeschlossen, die ihre Partnerschaft öffentlich gemacht oder geheiratet haben und deswegen ihr Amt nicht mehr ausüben dürfen. Er bietet betroffenen Priestern im Amt nach eigenen Angaben zudem Beratung und Solidarität an. Man habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Berufsfindung und Arbeitssuche für die Ex-Priester oft schwierig gestalte. 

Es gab noch drei gekürzte Gehälter - dann war Schluss

Christian Dieker wagte den lebensverändernden Schritt ins Ungewisse - wenn auch nicht sofort. "Es gab noch ein paar Dinge, die ich vorher zu Ende bringen wollte", sagt er im Gespräch mit dem stern in seinem Büro. Beispielsweise die Übergabe des örtlichen Altenheims an einen neuen verantwortungsbewussten Träger. "Ich wollte ja keinen Scherbenhaufen hinterlassen. Schon deshalb, weil ich gern im Ort wohnen bleiben wollte." Als die Baustellen geschlossen waren, bot er dem Bischof im Jahr 2016 den Rückzug aus allen kirchlichen Ämtern an, weil er nun öffentlich in einer Beziehung leben wollte. Nun musste er unter dem Dach der Kirche hervortreten und auf dem weltlichen Arbeitsmarkt seinen Platz finden. "Nach meiner Suspendierung bekam ich noch drei deutlich gekürzte Gehälter zum Übergang und musste mich davon privat krankenversichern. Einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hatte ich nicht", erzählt er. Es galt also, schnell etwas zu finden. 

Nur: Wie bewältigt jemand jenseits der 50, der zuvor sein ganzes Arbeitsleben lang im Dienst von Kirche und Gott stand, diesen harten Schnitt? 1984 machte der gebürtige Münsterländer Abitur, anschließend studierte er Theologie in Münster und Luzern. Als Priesteramtsanwärter blieb ihm der Wehrdienst erspart. Nach Abschluss und der Weihe folgten zunächst Stationen als Kaplan. Mit 32 Jahren übernahm der junge Pfarrer seine erste Gemeinde. 2007 erfolgte der Wechsel nach Legden, 2016 die Suspendierung. 

Pfarrer und Jobcoach - es gibt durchaus Überschneidungen

"Es ist ja nicht so, als hätte ich überhaupt keine Qualifikation oder Berufserfahrung", sagt Dieker. "Als Pfarrer und Dechant (Pfarrer mit Führungsaufgaben in einem Kirchenbezirk, Anmerkung der Redaktion) hatte ich ja auch die Verantwortung für sehr viele Arbeitnehmer - etwa in den Kindergärten oder im Altenwohnheim der Gemeinde. Darüber hinaus musste ich mit einem nicht unbedingt kleinen Budget wirtschaften." Außerdem sei er durchaus praktisch veranlagt, erzählt Dieker und lacht. "Ich habe bei meinem Hausbau quasi den Trockenbau allein gemacht", erzählt er. Eine Handwerker-Laufbahn schlug er dennoch nicht ein. Der langjährige Seelsorger wollte auch weiterhin mit Menschen arbeiten. 

Dass jemand, der keine Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt hat, ausgerechnet Jobcoach wird, mag auf den ersten Blick befremdlich wirken. Aber es passt durchaus zu Diekers vorheriger seelsorgerischer Tätigkeit. Für beide Bereiche braucht es ähnliche Eigenschaften, beziehungsweise "Skills", wie der Personaler sagt: ein gutes Maß an sozialer Kompetenz und Empathie, aber auch ein sicheres Auftreten und Durchsetzungsstärke. Im Gespräch mit dem verbindlich auftretenden Mittfünfziger wird schnell klar, dass er alle davon mitbringt. Er erinnert sich an einen Termin mit einer Berufsberaterin. Die Frau befand sich ebenfalls in einem befristeten Vertragsverhältnis. Während des Gesprächs hätten sie irgendwann bemerkt, dass sie sich wohl zeitnah auf dieselben Stellen bewerben würden, erinnert sich Dieker und schmunzelt. Tatsächlich verliefen die ersten Vorstellungsgespräche positiv. Ende 2016 trat er seine jetzige Stelle an - der Wechsel vom sicheren Beamtentum in ein befristetes projektgebundenes Arbeitsverhältnis war damit vollzogen. 

Wegen Zölibat: Die Zahl der Aussteiger ist nicht leicht zu ermitteln

Während des Gesprächs klingelt plötzlich Diekers Smartphone. Mit entschuldigender Miene hält er das Gerät hoch: "Tut mir leid, aber da muss ich ran." Es geht um einen Klienten, um den er sich als freiberuflicher rechtlicher Betreuer kümmert. Das ist sein zweites berufliches Standbein, neben der halben Stelle als Jobcoach. Es ist ebenfalls prekär, denn er ist von Aufträgen vom Gericht abhängig. "Die beiden Jobs lassen sich zum Glück zeitlich gut miteinander in Einklang bringen", sagt Dieker, nachdem er aufgelegt hat. 

Wie viele Priester der Liebe wegen aufhören, ist nicht ganz einfach zu ermitteln. Die Deutsche Bischofskonferenz verweist nach einer stern-Anfrage an die zuständigen Bistümer der katholischen Kirche in Deutschland – 27 Stück an der Zahl. Aus zwei Kirchenbezirken kam auf eine neuerliche Anfrage keine Antwort, vier gaben an, keine Zahlen nennen zu können. Aus den restlichen Rückmeldungen geht hervor, dass in Deutschland im laufenden Jahr mindestens vier Priester bislang ihr Amt aufgeben mussten, weil sie nicht mehr im Zölibat leben konnten. Zwei befinden sich demnach in einer "Klärungsphase". In den vergangenen fünf Jahren wurden wenigstens 48 Seelsorger suspendiert, bei einigen davon lagen die Gründe für das Aus als Priester den Angaben zufolge möglicherweise nicht ausschließlich im Zölibat.

Nicht weniger Seelsorge als früher

Der Umgang mit den ausgeschiedenen Priestern ist in den Bistümern recht unterschiedlich, wie aus den Antworten hervorgeht. Einige Diözesen bieten ihnen nichtpastorale Weiterbeschäftigungen an, etwa als Religionslehrer oder Referent. Oder sie versuchen anderweitig, die scheidenden Priester beim Übergang in einen weltlichen Beruf zu unterstützen. Andere schließen dies aus. In manchen Bistümern müssen sich die Betroffenen wiederum zuvor laisieren, sprich: auf Antrag aus dem Klerikerstand ausscheiden, um beim Bistum angestellt werden zu können.

Eine Laisierung kommt für Christian Dieker indes nicht in Frage. Obwohl er nach seiner Suspendierung nur im Notfall als Priester wirken darf. Etwa wenn ein Sterbender die letzte Beichte ablegen möchte. 

Mit Blick auf seine heutigen Tätigkeiten sagt er: "Ich mache jetzt sicher nicht weniger Seelsorge als früher." Im Gegenteil. Die Verwaltungsaufgaben, die er als Pfarrer hatte, fallen nun weg. Von der Kirche hat er sich nicht abgewendet, sein Glauben ist ihm weiterhin eine Stütze. In seinem Büro hat er Gemälde mit religiösen Motiven aufgehängt.

Die Bilder untermalen, was Dieker im Gespräch mit Blick auf die schwierige Zeit der Neuorientierung und die unsichere berufliche Zukunft sagt:

"Mein Gottvertrauen habe ich nicht verloren." 

Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg