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Kinderpornografie-Verdacht: Nacktfotoskandal an Hauptschule

Ein Lehrer hat Gesichter von seinen minderjährigen Schülerinnen auf Nacktfotos aus dem Internet montiert. Der Mann wurde vorerst vom Dienst suspendiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Besitzes von kinderpornografischen Schriften. Eltern, Schüler und Lehrer sind entsetzt.

Ein Hauptschullehrer aus Erndtebrück in Nordrhein-Westfalen ist vom Dienst suspendiert worden. Der stellvertretende Schulleiter soll Fotos von minderjährigen Mädchen auf seinen privaten Computer heruntergeladen haben. Dann soll er die Gesichter der dort gezeigten Mädchen durch Porträts seiner Schülerinnen ersetzt haben. Die Fotos hatte der Mann im Sportunterricht gemacht. Eltern, Lehrer und Schüler sind geschockt. Der Lehrer sei bereits im Dezember 2007 wegen der Vorwürfe suspendiert worden, sagte der Erndtebrücker Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel.

Die Staatsanwaltschaft Siegen ermittle seit einiger Zeit in diesem Fall, sagte Johannes Daheim von der Staatsanwaltschaft Siegen der "Siegener Zeitung". Dem Lehrer werde der Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen. Zum Schutz der Beteiligten nannte er allerdings keine Einzelheiten.

Öffentlich wurde der Fall jetzt durch einen Brief an die Eltern, in dem die Schule über die Hintergründe der Suspendierung informiert. Der Pädagoge sei im Rahmen der bundesweiten Ermittlungen gegen Nutzer von kinderpornografischen Internet-Seiten aufgefallen.

"Ich habe den Mann stets als höflichen und hilfsbereiten Lehrer kennengelernt. Deshalb fällt es natürlich schwer, das zu glauben, was ihm vorgeworfen wird", sagte eine Mutter der "Siegener Zeitung". Eine andere sagte entsetzt: "Wenn sich das so bewahrheiten sollte, wurde das Vertrauen, das Eltern in den Lehrer gesetzt haben, massiv missbraucht." Der suspendierte Lehrer selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

DPA/kam / DPA
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