HOME

Weiberfastnacht in Köln und Co.: Straßenkarneval beginnt unter hohen Sicherheitsvorkehrungen

Es geht wieder los: In den Karnevalshochburgen schlüpft man in die Kostüme und macht sich für die Straßenumzüge bereit, die diesmal unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Und dann ist da noch das Sturmtief.

Die Generalprobe zur Fastnachts-Fernsehsitzung der Vereine des Mainzer Karneval

Der Karneval findet in diesem Jahr unter verschäften Sicherheitsvorkehrungen statt

Einige haben ihn vermisst, andere wissen nichts damit anzufangen. Mit großer Begeisterung setzt man sich im Rheinland und anderswo wieder Clownsnasen, Piratenhüte und Hexennasen auf, um in bunter Gemeinschaft durch die Straßen zu ziehen. Wohl noch nie waren die Sicherheitsvorkehrungen dabei so streng wie diesmal. In Mainz hat Polizeidirektor Achim Zahn an die Narren appelliert, bei der Wahl ihrer Verkleidung an die Sicherheitslage zu denken: Wer sich als Islamist verkleide und eine Sprengstoffgürtel-Attrappe trage, könne Ärger erwarten. Das närrische Programm selbst dürfte weitgehend nach bewährtem Schema ablaufen mit Rathaus-Stürmung und Krawatten-Abschneiden.

Als Reaktion auf Terroranschläge wie in Berlin werden vielerorts Fahrzeugsperren eingesetzt. In Köln, Düsseldorf und Mainz gilt an Rosenmontag ein Fahrverbot für Lastwagen. In Köln und Düsseldorf will die Polizei zudem Beamte mit Maschinenpistolen einsetzen. 

Fällt der Karneval dieses Jahr ins Wasser?

Das Programm soll sich dadurch nicht ändern. In Düsseldorf stürmen um 11.11 Uhr die "Möhnen" - ältere Frauen - das Rathaus und nehmen den Bürgermeister gefangen. In Köln eröffnet zur selben Zeit das Dreigestirn, bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau, das Bühnenprogramm in der Innenstadt. In Mainz versammeln sich die Närrinnen auf dem Schillerplatz.

Dabei sollten die Kostüme sturm- und wasserfest sein. Ab dem Nachmittag muss laut Deutschem Wetterdienst mit Regenschauern und Windgeschwindigkeiten zwischen 105 und 110 Kilometern pro Stunde gerechnet werden. Im Laufe des Abends erwarten die Meteorologen sogar Orkanböen. In Düsseldorf wollten die Karnevalisten am Donnerstagmorgen kurzfristig entscheiden, ob das Programm aufgrund der Sturmgefahr verkürzt wird.

Karnevalsverweigerer können sich auf den Literaturnobelpreisträger und gebürtigen Kölner Heinrich Böll (1917-1985) berufen. Von ihm stammt der Ausspruch: "Ich kann mir keine schrecklichere Pflicht vorstellen als die Pflicht zum Humor."
 

sve / DPA