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Lubmins Atommüll-Deponie: Castor-Transport ist im Zwischenlager Nord angekommen

Die Polizei hat Atomkraftgegner am Morgen an mehreren Stellen in Mecklenburg-Vorpommern daran gehindert, den Castor-Transport zu stoppen. Nach 26 Stunden erreichte er Lubmin. stern.de erklärt, welche Stoffe in dem Zwischenlager bereits lagern.

Das Zwischenlager Nord für atomaren Müll steht auf dem Gelände des 1990 abgeschalteten Kernkraftwerks Lubmin bei Greifswald. Das aus acht Hallen bestehende Zwischenlager wird von der Energiewerke Nord GmbH (EWN) geführt und bietet seit 1999 auf etwa zwei Hektar Platz für radioaktiv belastete Anlagenteile.

Eine der 18 Meter hohen Hallen ist für 80 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll ausgelegt. In dieser Halle stehen derzeit 69 Castoren, davon 65 mit Atommüll aus den früheren ostdeutschen Atomkraftwerken Lubmin und Rheinsberg. Seit Dezember 2010 stehen vier weitere Castoren mit hochradioaktiven Abfällen aus bundeseigenen Forschungseinrichtungen im Zwischenlager. Fünf weitere Castoren aus der stillgelegten Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) kommen nun hinzu.

In den zu drei Vierteln gefüllten anderen sieben Hallen befinden sich radioaktive Großteile und Reststoffe, die schwach und mittelstark kontaminiert sind. Dazu gehören Dampferzeuger und Reaktorgehäuse aus den ehemaligen DDR-Atomkraftwerken. Zudem werden im Zwischenlager schwach- und mittelradioaktiv belastete Teile aus anderen Kernkraftwerken für maximal zehn Jahre "puffergelagert", wie die Experten sagen, und dekontaminiert.

Die Lagerung hochradioaktiver Stoffe ist bis 2039 genehmigt. Für die Lagerung schwach- und mittelradioaktiver Stoffe gibt es eine unbefristete Genehmigung. Diese Materialien sollen später in das noch nicht fertiggestellte Endlager "Schacht Konrad" gebracht werden.

DPA/AFP / DPA