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Vorfall in Florida: Nachbar im Streit getötet: Mann lädt Leiche auf Pickup und fährt erst mal zum Anwalt

Ein 52-Jähriger tötet seinen Nachbarn in einem Handgemenge. Doch statt die Polizei zu rufen, lädt er den Toten auf seinen Pickup und fährt zum Anwalt. Auslöser des tödlichen Streits war ein Plumpsklo.

Bereits im September wurde der 52-Jährige wegen schwerer Körperverletzung festgenommen

Bereits im September wurde der 52-Jährige wegen schwerer Körperverletzung festgenommen

Der 52-jährige John M. aus Florida hat seinen Nachbarn umgebracht, nach eigenen Angaben in Notwehr. Doch statt direkt die Polizei zu informieren, verlud er die Leiche auf seinen Pickup und fuhr zu seinem Anwalt, um sich erst einmal beraten zu lassen. Das berichtet das US-amerikanische Nachrichtenportal "News Press".

M. gab an, er habe niemandem sonst trauen können. Es sei zu einem Handgemenge gekommen. Dabei habe er seinem Nachbarn dessen Waffe abgenommen und diesen damit erschossen. Dem Bericht zufolge erschien M. blutüberströmt und mit gebrochenen Fingern und ausgeschlagenen Zähnen bei seinem Anwalt. Die dann gerufene Polizei nahm M. nicht fest, was sein Anwalt als klares Zeichen dafür deutet, dass die Polizei seine Variante der Geschehnisse für glaubwürdig hält. Diese gab nur an, Ermittlungen in dem Todesfall aufgenommen zu haben.

Eine Leiche vom Tatort zu entfernen, ist zwar auch in Florida gesetzlich nicht erlaubt. Dem Anwalt des Schützen zufolge muss allerdings für eine strafrechtliche Relevanz eindeutig nachgewiesen werden, dass es eine "Absicht Beweismaterial zu zerstören" gegeben habe. Sein Mandant habe aber nur unter Schock gestanden und entsprechend gehandelt.

Streit um Plumsklo

Der Streit zwischen den beiden Nachbarn war schon ein paar Tage im Gange und drehte sich um ein mobiles Klohäuschen, dass M. auf seinem Grundstück, allerdings recht nah am Haus des Nachbarn, aufgestellt hatte. In der Auseinandersetzung soll es zu Drohungen gegen M. gekommen sein. Wenige Tage vor der Tat hatte dieser seinen Anwalt angerufen und berichtet, er fürchte um sein Leben.

Die Nachbarn zeichnen dem Bericht zufolge ein anderes Bild der Situation. Demnach sei der Getötete ein praktizierender Buddhist gewesen und habe niemals Aggressionen gezeigt. Vor M. hingegen hätten sie ob dessen feindseligen Verhaltens öfter schon Angst gehabt und würden auch nun, da er nicht festgenommen worden sei, um ihre Sicherheit fürchten.

Gegen den 52-jährigen Schützen wird bereits in einer anderen Sache ermittelt. Er wird stark verdächtigt, im September auf einem McDonalds-Parkplatz eine Person wegen eines Streits um einen Parkplatz mit seinem Pickup angefahren zu haben. Zeugenaussagen und Videoüberwachungen würden ihn schwer belasten.

Finn Rütten
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