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Merkel-Double: Die doppelte Angela

Ihr selbst war es nie aufgefallen. Doch anderen fällt es auf. Tatsächlich sieht die 45-jährige Lübeckerin Susanne Knoll der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel zum Verwechseln ähnlich. "Schuld" daran war ein Friseurbesuch im letzten Sommer.

"Ist das nicht die Merkel?", tuscheln Passanten immer wieder, wenn Susanne Knoll durch die Straßen von Lübeck geht. Tatsächlich sieht die 45-jährige Lübeckerin der CDU-Vorsitzenden so ähnlich, dass sie glatt als ihre Doppelgängerin durchgeht. Knoll ist gerade dabei, als Merkel-Double Karriere zu machen, und hat auch schon am eigenen Leib erfahren, was es heißt, prominent zu sein. "Bei mir steht das Telefon nicht mehr still", sagt Knoll.

Schuld an ihrer Ähnlichkeit mit der CDU-Politikerin war ein Friseurbesuch im Sommer 2003. "Ich wollte einfach mal anders aussehen und ließ mir meine langen Haare auf Kinnlänge kürzen", erinnert sich Knoll. Kurz darauf traf sie auf einer Familienfeier auf den Lübecker Inhaber einer Veranstaltungsagentur, der sie auf die Ähnlichkeit ansprach. "Ich war zunächst schwer beleidigt, weil ich immer über Angela Merkels Aussehen gelästert habe" gesteht sie. Doch der Agent ließ nicht locker und überredete sie, sich in die Kartei der Agentur Florstedt aufnehmen zu lassen. Die Agentur in Mühlheim hat unter anderem Doppelgänger von Claudia Schiffer, Königin Elizabeth II und George W. Bush in ihrer Kartei.

Fast so gefragt wie die CDU-Vorsitzende selbst

Seitdem ist die Lübecker Hausfrau und Mutter von drei Töchtern die bislang einzige Merkel-Doppelgängerin und bei den Medien fast so gefragt wie die CDU-Vorsitzende selbst. "Neulich hatte ich mittags noch nicht gefrühstückt, weil ständig Journalisten mit Interviewwünschen anriefen", berichtet die gelernte Bürokauffrau und weiß nicht, ob sie das schön oder eher lästig finden soll. "Manchmal nervt es, weil meine Familie ein bisschen zu kurz kommt", sagt sie.

Ähnlich sieht die Lübeckerin der 49-jährigen Merkel allerdings nur, wenn sie ernst dreinblickt. Wenn sie lacht, und das tut sie nach eigenem Bekunden gerne, ist es mit der Ähnlichkeit vorbei. Für den typischen Merkelblick, der irgendwo zwischen Konzentriertheit und Ausdruckslosigkeit liegt, muss sich Knoll deshalb immer ziemlich zusammenreißen. Doch sie will mehr. "Ich studiere inzwischen auch die Sprechweise, die Mimik und Gestik von Angela Merkel, verpasse keine Talkshow mit ihr als Gast und habe natürlich inzwischen auch ihr Buch gelesen", sagt die Lübeckerin. Dabei habe ihr der Lebensweg und die berufliche Leistung der Politikerin durchaus Hochachtung abgenötigt. "Politisch kann ich mich allerdings nicht so mit ihr identifizieren", sagt sie.

"Vielleicht gehe ich dann selbst in die Politik"

Über die Zukunft hat sich Knoll auch schon Gedanken gemacht. "Solange Angela Merkel populär ist, schwimme ich auf der Welle mit. Wenn sie Bundeskanzlerin werden sollte, werde ich sozusagen mir ihr aufsteigen. Wenn sie eines Tages nicht mehr gefragt ist, dann ist es für mich nicht schlimm, denn ich bleibe ja Susanne Knoll", philosophiert die Doppelgängerin und sieht dabei Merkel extrem ähnlich. Dann wirft sie den Kopf in den Nacken, lacht, sieht ganz und gar wie Susanne Knoll aus und sagt: "Vielleicht gehe ich dann selbst in die Politik."

Eva-Maria Mester/DPA / DPA
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