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Messerattacke auf Polizistin: Nach der Haft ging sein Hass weiter

Er verletzte eine Polizistin mit einem Messer fast tödlich, ihr Kollege hat ihn daraufhin erschossen. Rafik Y. war ein verurteilter Islamist. Was steckt hinter seinem Attentat?

Rafik Y. war Anhänger einer islamistischen Terrororganisation

Rafik Y. war Anhänger einer islamistischen Terrororganisation

Rafik Y. hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er den deutschen Rechtsstaat verachtet. Er demonstrierte das, auch mit Gewalt. Während seines Prozesses 2008 vor dem Oberlandesgericht Stuttgart ist er nie aufgestanden, wenn die Richterin den Raum betreten hat. Er hat sie als "billiges, kleines Flittchen" beschimpft, die Staatsanwältin nannte er "Arschloch", einem Vollzugsbeamten brach er die Rippe.

22 Mal hat das Gericht Ordnungshaft gegen ihn verhängt. Am Ende verurteilte ihn das Gericht zu acht Jahren Haft. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er gemeinsam mit zwei anderen Männern geplant hatte, den irakischen Premierminister Iyad Allawi bei dessen Deutschlandbesuch im Dezember 2004 zu ermorden. Die Haft saß er ab. Doch sein Hass ging weiter.

Angriff auf Berliner Beamtin

Gestern Morgen griff der 41-Jährige mit einem Messer eine Polizistin an. Ihr Kollege schoss vier Mal auf Rafik Y., zwei Kugeln trafen ihn. Rafik Y. starb im Rettungswagen. Die Polizistin liegt schwer verletzt auf der Intensivstation. Bereits zuvor hatte Yousef Passanten bedroht. Zeugen berichten, wie er vor den Angriffen auf der Straße betete und den Boden küsste.

Die Behörden versuchen nun zu klären: War es die Tat eines psychisch Kranken? Oder war es ein terroristischer Akt. Der Staatsschutz wertet zur Zeit Papiere aus, die in der Einzimmerwohnung von Rafik Y. in Berlin-Spandau gefunden wurden. Sein damaliger Anwalt, Reinhard Kirpes, zeigt sich wenig überrascht. "Es wundert  mich nicht, dass er auf gewaltsame Weise ums Leben gekommen ist", sagt er gegenüber stern.de. "Er hat sich in einer psychischen Grauzone bewegt, wo man nicht mehr so sicher war, ob er die Realität noch richtig einschätzen kann."

Vor sieben Jahren wurde er verurteilt

Der damalige Prozess gegen Rafik Y. fand im Hochsicherheitssaal von Stuttgart-Stammheim statt. Es war ein Mammutprozess: 260.000 Aktenseiten, über 140 Verhandlungstage. Y. sah aus, wie man sich das Klischee eines Islamisten vorstellt: strähnige schwarze Haare, langer schwarzer Bart, die Augen tief in den Höhlen. Bei einer Größe von 1,82 Metern wog er nur 56 Kilogramm. Über seiner Hose ein langes, weißes Hemd, wie es im Nahen Osten üblich ist. Aus der Haft schrieb Rafik Y. Briefe an den Sauerland-Bomber Fritz Gelowicz auf. Er tat seine Bewunderung kund und bot ihm an, ihn im Dschihad zu begleiten.

"Er war sicher kein Mensch, der das Leben geliebt hat"

Sein damaliger Anwalt Kirpes sagt, Rafik Y. habe immer gehetzt gewirkt, ruhelos, sei misstrauisch gewesen, gegen alles und jeden. Er könne sich vorstellen, dass seine psychische Verfassung mit seinen Erlebnissen im Irak unter dem Regime Sadam Husseins zu tun habe. Den letzten Rest habe ihm die Isolationshaft gegeben.

"Am Schluss war es für mich kaum noch möglich an ihn heranzukommen", sagt der Anwalt. "Er war sicher kein Mensch, der das Leben sehr geliebt hat." Er habe damals eine psychiatrische Untersuchung für Rafik Y. beantragt. Der allerdings verweigerte die Zusammenarbeit mit dem Psychiater. Lediglich zwei Tage habe der Arzt Y. während der Verhandlung beobachtet und sei zu dem Schluss gekommen, dass er zurechnungsfähig sei. "Ich war damals anderer Meinung und bin es bis heute."

Auch nach der Haft fällt er negativ auf

Nach seiner Freilassung 2013 hatte er einen Bewährungshelfer, musste sich regelmäßig bei der Berliner Polizei melden, durfte keinen Kontakt zur islamistischen Szene aufnehmen und trug eine elektronische Fußfessel. Die Polizei stufte ihn als „Gefährder“ ein. Dennoch wurde er insgesamt vier mal angezeigt, weil er andere bedrohte. Laut Staatsanwaltschaft unter anderem einen Mitarbeiter der Ausländerbehörde und eine Sachbearbeiterin im Arbeitsamt.

"Man musste leider damit rechnen, dass es zu weiteren Straftaten kommen könnte", sagt der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Doch wirklich geplant wirkt das Verhalten von Y. dennoch nicht. Kurz bevor er die Polizisten angriff, hatte er die Fußfessel abgerissen. Warum ist unklar. "Denn die Tat ist in einer Gegend passiert, in der er sich ohnehin hätte aufhalten dürfen", so Steltner.

Ein Leben voller Hass

Der Lebensweg von Rafik Y. wirkt wie der eines Mannes, der in Deutschland nie wirklich Fuß fassen konnte. Er ist in Bagdad geboren, verkaufte in Mossul Elektrogeräte und Bücher und arbeitete als Friseur. Laut BKA war er seit 1993 Oppositioneller, spionierte für muslimische Fundamentalisten über die irakische Armee. Dafür landete er im Gefängnis der Staatssicherheit. Im Sommer 1996 kam er mit Hilfe von Schleppern über die Türkei nach Berlin.

Er arbeitete auf dem Bau, meldete mehrere Gewerbe an, eine Eisenflechterei und Gebäudereinigung, einen Backwarenhandel und einen Imbissstand in Neukölln. Erfolgreich war er nicht. Nebenher unterstützte er die Terrorgruppe Ansar al-Islam, die mit Waffengewalt die Gründung eines islamischen Staates Kurdistan anstrebt.

Noch ist im Unklaren, was genau gestern Morgen im Kopf von Rafik Y. vorging. Fest stehen nur zwei Dinge: Er war Islamist. Seinen Hass konnten auch acht Jahre Haft nicht brechen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(

Von:

sowie Wiebke Wetschera