Michel Friedman Erstes Zeichen von Friedman


Erstmals seit seinem Abtauchen hat Michel Friedman ein Zeichen von sich gegeben. Über seinen Anwalt ließ er Beschwerde gegen die Ermittlungen einlegen.

Der unter Drogenverdacht stehende Fernsehmoderator Michel Friedman hat erstmals seit seinem Abtauchen wieder ein Zeichen von sich gegeben. Der Berliner Justizsprecher Björn Retzlaff teilte mit, der Anwalt Friedmans habe Beschwerde gegen die Ermittlungen eingelegt, die gegen den TV-Moderator eingeleitet worden waren. Das SWR-Magazin "Report" meldete, ein angebliches pikantes Video mit Friedman sei dem früheren Büroleiter von Jürgen Möllemann angeboten worden.

Friedman, bei dem die Polizei in der vergangenen Woche bei der Durchsuchung seiner Anwalts- und Privaträume Reste von Kokain fand, soll sich in Südfrankreich aufhalten. Die Staatsanwaltschaft Berlin lässt derzeit auch eine Haarprobe Friedmans auf Hinweise auf regelmäßigen Drogenkonsum untersuchen.

Video soll Friedman zeigen

Laut SWR-Magazin "Report" wurde dem Büroleiter des verstorbenen Politikers, Hans-Joachim Kuhl, nach dessen Angaben im Januar ein Videoband mit angeblichen Sequenzen einer Sex-Orgie angeboten, auf dem Friedman zu sehen sein solle. Verschiedene Medien hatten bereits berichtet, dass ein Zuhälter ein Video feilbiete, dass angeblich Friedman in einer verfänglichen Situation zeige. Zudem gibt es Berichte, dass er die Dienste von Prostituierten in Anspruch genommen haben soll, die von einem Menschenhändlerring vermittelt würden.

Kuhl sagte dem Magazin zufolge, zwei Männer im Alter zwischen 25 und 30 Jahren hätten für das Video einen sechs- bis siebenstelligen Betrag verlangt. Sie hätten mehrfach in seinem Büro angerufen und seien schließlich bei ihm vorbeigekommen. Sie hätten ihm ein Standbild des Videos gezeigt, auf dem bei sehr schlechter Bildqualität ein Mann und mehrere Frauen zu erkennen gewesen seien, und hätten behauptet, bei dem Mann handele es sich um Friedman. Er habe das Angebot abgelehnt und auch mit Möllemann darüber gesprochen. Der habe seine Entscheidung mit den Worten kommentiert:"Das war völlig okay."

Möllemann und Friedman hatten vor einem Jahr einen öffentlichen Streit über Antisemitismus-Vorwürfe geführt, der letztlich zum Ende der politischen Karriere Möllemanns führte. Am 5. Juni war Möllemann offenbar bei einem Selbstmord während eines Fallschirmsprungs zu Tode gestürzt. Friedmans Anwalt Eckart Hild war am Mittwoch nicht zu erreichen.

Merz distanziert sich

Unionsfraktionsvize Friedrich Merz distanzierte sich von Friedman als CDU-Politiker. "Ich lese da immer wieder, Friedman sei CDU-Politiker. Das ist natürlich falsch, er war mal zwei Jahre Mitglied des Bundesvorstandes der CDU und ist danach nicht wiedergewählt worden", sagte er nach Angaben des Nachrichtensender N24. Seither sei Friedman nur einfaches CDU-Mitglied. Bei der ganzen Affäre mache ihm die Auswirkungen auf die jüdischen Gemeinden in Deutschland am meisten Sorge, sagte Merz. "Denn das, was da an Sprüchen dann unterwegs ist, wo sich dann einige Leute in ihren Vorurteilen bestätigt fühlen, das schadet der Sache viel mehr als der Person."

DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker