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Millionenbau von Limburg: Mein Haus, meine Badewanne, mein Garten

Immer mehr Details zu Tebartz-van Elsts Protzbau in Limburg kommen ans Licht. Eine Zeitung seziert die Shoppingliste des Bischofs, der im Netz bereits als "Prassprediger" verhöhnt wird.

Der Druck auf den #link;http://www.stern.de/politik/deutschland/erzbischof-zollitsch-vor-presse-zeit-fuer-tebartz-van-elst-laeuft-ab-2063783.html;umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst# wächst weiter. Nach Priestern und Bistumsgremien fordert auch der scheidende Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse den Bischof auf, Konsequenzen zu ziehen.

Nach einem Strafbefehl wegen Falschaussage prüft die Staatsanwaltschaft Limburg zudem mehreren Anzeigen, ob sie ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue einleitet. Hintergrund ist die Explosion der Kosten für den neuen Bischofssitz, die sich auf 31 Millionen Euro summieren.

Nachdem Tebartz-van Elst sich in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung bescheiden gab ("Wer mich kennt weiß, dass ich keinen pompösen Lebensstil brauche"), hat die Zeitung nun die Shoppingliste des auf Twitter verhöhnten "Prasspredigers" seziert.

Demnach hat der Bischof allein für die Innenausstattung seiner Wohnung

478.000 Euro

hinblättern lassen. Die Edelbadewanne des Designers Philippe Starck hat

15.000 Euro

gekostet, der neue Garten

783.000 Euro

. Die Einbauschränke schlagen mit

350.000 Euro

zu Buche. Der Lichthof im Protzbau kostet weit über

zwei Millionen Euro

- ebenso die Privatkapelle für Tebartz-van Elst. Weil der Bischof statt eines stehenden einen hängenden Adventskranz haben wollte, musste das sanierte Dach nachträglich aufgesägt werden. Kostenpunkt: schätzungsweise

100.000 Euro

.

Die Zeitung bezieht sich dabei auf eine Kosten-Aufstellung des Vermögensverwaltungsrats des Bischöflichen Stuhls.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, will den Fall nun im Vatikan zur Sprache bringen. Über eine Amtsenthebung des Bischofs muss letztlich Papst Franziskus entscheiden. Mit ihm möchte Zollitsch kommende Woche in Rom über den Vorgang sprechen.

Konsequenzen lägen zunächst in den Händen des Limburger Bischofs, sagte Zollitsch am Donnerstag in Berlin. "Aber die entscheidenden Fragen, die liegen tatsächlich dann bei den Verantwortlichen in Rom - bis zum Heiligen Vater."

"Auch ein katholischer Bischof, obwohl vom Papst ernannt, bedarf des Vertrauens der Gläubigen seines Bistums", sagte Wolfgang Thierse der Zeitung "Welt". Dieses Vertrauen sei schwer erschüttert. Thierse ist auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

kmi/DPA / DPA