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Nach umstrittenem Segnungsverbot Ministranten setzen mit Regenbogenflaggen ein Zeichen für Toleranz – Pfarrer reagiert verspannt

Regenbogenflagge weht vor Kirchturm
Messdiener der katholischen Seelsorgeeinheit Leimen-Nußloch-Sandhause malten am vergangenen Samstag Regenboggenflaggen auf Kirchenvorplätze
© FG Trade / Getty Images
Als Reaktion auf das vom Vatikan erlassene Segnungsverbot für Homosexuelle haben Messdiener in Baden-Württemberg Regenbogenflaggen vor Kirchen gemalt. Der Pfarrer der Gemeinde zeigte sich wenig amüsiert und ließ die Kreidezeichungen entfernen.

Mit einer außergewöhnlichen Protestaktion haben sich Messdiener am vergangenen Samstag gegen das vom Vatikan beschlossene Segnungsverbot für Homosexuelle gewandt. Wie die "Rhein-Neckar-Zeitung" berichtete, malten Ministranten in drei baden-württembergischen Kommunen Regenbogenflaggen auf Kirchenvorplätze. Unter den Kreidezeichnungen prangte der Schriftzug "Liebe ist keine Sünde". Mit ihrer Aktion wollten die Messdiener "ein Zeichen für eine weltoffene, tolerante Kirche" setzen, sagte Ober-Ministrant Rafael Neuschäfer gegenüber der Zeitung.

Kirche reagierte empört

Bei den Kirchen der katholischen Seelsorgeeinheit Leimen-Nußloch-Sandhausen kam die Aktion der Messdiener allerdings weniger gut an. Noch vor dem Sonntags-Gottesdienst ließ Pfarrer und Leiter der Seelsorgeeinheit Arul Lourdu die Zeichnungen entfernen. Auf Nachfrage der "Rhein-Neckar-Zeitung" erklärte Lourdo, er sei von der Botschaft der Ministranten "negativ überrascht" gewesen. Außerdem kritisierte er, nicht vorher über die Aktion informiert worden zu sein. "Egal ob Ministranten oder Gemeindemitglieder: Man braucht etwas Respekt vor der Leitung der Gemeinde", so Lourdo.

Pfarrer will "Rede und Antwort" stehen

Messdiener Rafael Neuschäfer zeigte sich angesichts der Reaktion enttäuscht. "Das ist ärgerlich und frustrierend", sagte der 19-Jährige der "Rhein-Neckar-Zeitung". Pfarrer Arul Lourdo will jetzt mit den Ministranten ins Gespräch kommen. Nachdem diese am vergangenen Sonntag nicht zum Gottesdienst erschienen waren, habe er sie zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen, um "Rede und Antwort" zu stehen.

Quelle: "Rhein-Neckar-Zeitung"

ali

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