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Vermisste Schönheitskönigin tot aufgefunden: Miss Honduras kannte ihren Mörder

Tagelang bangte Honduras um seine hübscheste Frau, nun ist es traurige Gewissheit: Schönheitskönigin María José Alvarado ist tot. Der Freund ihrer Schwester soll sie getötet haben.

Honduras trauert um seine schönste Frau: Die 19-jährige Studentin María José Alvarado ist getötet worden. Ihre Leiche der Miss Honduras sei zusammen mit der ihrer Schwester Sofía Trinidad Hernández am Ufer des Flusses Aguagual im Nordwesten des mittelamerikanischen Landes entdeckt worden, teilte der Leiter der Ermittlungsgruppe, Leandro Osorio, mit. "Wir können mit 100-prozentiger Sicherheit sagen, dass es sich um die beiden jungen Frauen handelt. Der Fall ist sehr klar."

Die Schwestern seien in einem Erholungsgebiet nahe der Stadt Santa Bárbara getötet und später in die Ortschaft La Arada rund 300 Kilometer nordwestlich der Haupstadt Tegucigalpa gebracht worden, berichtete Osorio im Radio. Forensiker gruben die Leichen nahe einem Flussufer aus, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Sie seien bereits stark verwest. Am Mittwochabend (Ortszeit) wurden sie zur Obduktion nach Tegucigalpa gebracht.

Leichen bereits stark verwest

Die jungen Frauen waren am vergangenen Donnerstag verschwunden, nachdem sie die Geburtstagsfeier von Sofías Freund besucht hatten. Der Mann gilt als Hauptverdächtiger. Polizeichef Ramón Sabillón sagte lokalen Medien, er habe die Tat eingeräumt und die Ermittler zu den Leichen geführt. Die Zeitung "El Heraldo" berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, er sei mit seiner Freundin aneinandergeraten, weil sie mit einem anderen Mann tanzte. Im Streit habe er die beiden jungen Frauen erschossen. Er sitzt bereits in Haft. Auch ein mutmaßlicher Komplize wurde festgenommen, denn an der Tat seien Osorio zufolge mehrere Menschen beteiligt gewesen, etwa beim Versuch, den Tatort zu reinigen.

Die junge Frau sollte am Mittwoch zur Vorausscheidung des Schönheitswettbewerbs nach London reisen. Die Wahl zur Miss World findet am 14. Dezember statt. Alvarado war in der Fernsehsendung "X-0 da dinero" des Moderators und ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Salvador Nasralla als Model entdeckt worden. Im April wurde die Studentin zur Miss Honduras World gekürt. "Viele Mädchen sind auf die gleiche Weise gestorben, aber sie waren nicht berühmt, deshalb wurde es nie bekannt, und die Verbrechen blieben ungesühnt", sagte Nasralla.

"Wir sind erschüttert"

"Wir sind erschüttert von dem schrecklichen Tod zweier junger Frauen, die so voller Leben waren. Unsere Gedanken und Gebete gelten der Familie und den Freunden von María José Alvarado und Sofía Trinidad in dieser Zeit der Trauer", sagte die Leiterin der Miss-World-Organisation, Julia Morley.

Am kommenden Sonntag würden alle Teilnehmerinnen des Wettbewerbs der getöteten Miss Honduras bei einem Gottesdienst gedenken. Auch die Organisatoren der Konkurrenzveranstaltung Miss Universe zeigten sich bestürzt über die Gewalttat. "Ruhe in Frieden, Maria José", schrieben sie auf Twitter.

Honduras ist mit 90,4 Morden pro 100.000 Einwohnern nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) das gefährlichste Land der Welt außerhalb von Kriegsgebieten. Erst Anfang des Jahres war Lateinamerika von einer Gewalttat gegen eine Schönheitskönigin erschüttert worden. Räuber erschossen im Januar bei einem Überfall auf einer Landstraße die frühere Miss Venezuela, Mónica Spear Mootz.

mad/kup/DPA/AFP / DPA